Wien (www.anleihencheck.de) - Die CE3-Staaten und ihre Unternehmen sind besonders stark exponiert zum Krieg in der Ukraine, den Flüchtlingsströmen und den Sanktionen des Westens bzw. etwaigen Gegensanktionen, so die Analysten von Raiffeisen Capital Management in einer aktuellen Ausgabe des "emreport".
Die EU habe die bislang suspendierten Subventionszahlungen an Polen und Ungarn freigegeben. Während sich Polen besonders stark für Sanktionen auch gegen russisches Öl und Gas ins Zeug lege, sperre sich Ungarn vehement gegen letzteres und sehe keinen Grund, die Energieversorgung von Ungarns Wirtschaft und Bevölkerung zu gefährden.
Der Wahlkampf in Ungarn für die Anfang April anstehenden Parlamentswahlen stehe jetzt ganz im Zeichen der Ereignisse rund um die Ukraine - alle anderen Themen seien stark in den Hintergrund getreten. Ob dies eher Premier Orban oder eher dem - politisch extrem heterogenen - Wahlbündnis der Opposition nützen werde, bleibe abzuwarten. Die letzten Umfragen würden eher Orbans Fidesz leicht im Aufwind und mit einer knappen Führung sehen, obwohl Orbans Nähe zum russischen Präsidenten in den letzten Jahren aktuell sicherlich kein Vorteil sei. Die Umfragen seien seit Monaten so knapp, dass sowohl ein Sieg der Opposition als von Fidesz möglich sei.
Für die Notenbanken der Region sei die Inflationsbekämpfung jetzt noch schwieriger geworden; überall lägen die Teuerungsraten weit über den Zielwerten. Die Geldpolitik könne gegen die jüngsten Inflationstreiber aber recht wenig ausrichten. Zudem müssten die Notenbanken ja berücksichtigen, dass die Volkswirtschaften möglicherweise noch sehr empfindlich unter den Ereignissen rund um die Ukraine und Russland leiden würden. (em-report März 2022) (25.03.2022/alc/a/a)
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