Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Wochenauftakt stand nochmals unter dem Eindruck der in der letzten Woche massiv gestiegenen Zinserhöhungserwartungen dies- und jenseits des Atlantiks, so die Analysten der Helaba.
Als Gründe zu nennen seien dabei die verbale Kehrtwende der Europäischen Zentralbank, die "hawkishe" Bank of England und die positive Arbeitsmarktüberraschung in den USA, welche die Federal Reserve in ihrem Kurs bestärke. So seien die Rentenmärkte unter Druck geblieben, während Risikoaufschläge weiter gestiegen seien.
Derweil würden die Peripheriespreads in der Eurozone Ausweitungstendenzen aufweisen. Die EZB wolle an der Reihenfolge festhalten, wonach zuerst die QE-Programme beendet würden, bevor Zinsen erhöht würden. Dies lasse Zweifel an der Finanzierbarkeit der Staatsdefizite aufkommen. Der Renditeaufschlag italienischer 10-jähriger Staatsanleihen gegenüber den deutschen Pendants habe im Oktober noch bei rund 100 BP gelegen und sei zwischenzeitlich auf über 160 BP gestiegen.
Diese Entwicklung führe die EZB zunehmend in eine Zwickmühle. Die Inflationsperspektive erfordere ein Umsteuern, die Spreadausweitungen würden dagegen zur Vorsicht mahnen. Komme es doch noch zu Zinserhöhungen vor dem QE-Ende, um beiden Problemen Herr zu werden? Nach Ansicht von EZB-Ratsmitglied Holzmann sei eine erste Zinsanhebung vor dem finalen Auslaufen der Ankaufprogramme denkbar. Diesen Wunsch habe er gestern wiederholt. (08.02.2022/alc/a/a)
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