Wien (www.anleihencheck.de) - Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion legten in Polen zuletzt weiter kräftig zu, meist stärker als erwartet, so die Raiffeisen Capital Management im aktuellem "emreport".
Dasselbe gelte allerdings auch für die Inflation, die im November auf 7,7% geklettert sei. Parallel dazu würden die Infektionszahlen wieder deutlich ansteigen, was neuerliche Einschränkungen im wirtschaftlichen und sozialen Leben nach sich ziehe, allerdings keinen Lockdown. Um die Auswirkungen der starken Preisanstiege etwas abzumildern, habe die polnische Regierung ein Maßnahmenpaket im Umfang von 10 Mrd. PLN (Polnischer Złoty; ca. 2,2 Mrd. Euro) beschlossen, das unter anderem eine stark gesenkte Mehrwertsteuer auf Erdgas und eine einmalige Subventionszahlung an Haushalte vorsehe.
Das Wirtschaftswachstum habe in Ungarn im dritten Quartal unter den Erwartungen mit 0,7% gegenüber dem Vorquartal (+6% zum Vorjahr) gelegen. Zum Teil dürften dafür Angebotsengpässe und Lieferkettenprobleme verantwortlich sein. Die Inflation bleibe in allen drei Ländern ein zentrales Thema mit weiteren Zinsanhebungen der jeweiligen Notenbanken. Ähnlich wie anderswo sollte aber der Hochpunkt der Inflationsdynamik nahezu erreicht sein, so dass wohl auch weitere Gegenmaßnahmen der Zentralbanken in den kommenden Quartalen weniger aggressiv ausfallen würden als derzeit.
Die Aktienmärkte hätten im November in Polen und Ungarn nachgegeben, um fast 9% in Polen und rund 5% in Ungarn. Gegen den allgemeinen Trend habe die Börse in Prag ein Plus von 3% verzeichnet. (emreport Dezember 2021) (15.12.2021/alc/a/a)
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