Wien (www.anleihencheck.de) - Anleihen sind für viele Anleger kaum noch attraktiv, so die Experten von "FONDS professionell".
Das Urteil, sie seien generell nicht mehr rentierlich, sei aber zu pauschal, würden Investmentstrategen von Spiekermann & Co. meinen. Auf die Risikobereitschaft komme es an.
Die schlechte Nachricht zuerst: "Unternehmensanleihen, die unter dem Label 'Investment Grade' (IG) geführt werden, bringen kaum noch Rendite ins Portfolio", würden die Investmentstrategen Thomas Keller und Mirko Kohlbrecher vom Vermögensverwalter Spiekermann & Co. schreiben. Die sehr niedrigen Renditen würden nach Abzug der Inflation sogar zu Verlustgeschäften führen.
Hochzinsanleihen ("High Yield") würden die Anlageprofis als besonders "sexy" bezeichnen. Diese würden hohe Renditen bieten, aber gleichsam mit einem höheren Ausfallrisiko des Emittenten einhergehen. Entscheidend für die Bewertung seien Substanz und Wachstumsperspektive des Unternehmens, so Keller und Kohlbrecher. ETFs auf High Yield Bonds in Euro würden ihnen zufolge derzeit drei Prozent jährlich bringen.
Eine weitere Option bestehe in Wandelanleihen, die Anleger zu einem vorher festgelegten Preis in Aktien des Unternehmens umtauschen könnten: Klettere der Kurs über den sogenannten Wandlungspreis, könne man tauschen, ansonsten zumindest laufende Zinsen kassieren. "Von der Rendite her haben Wandelanleihen also nach oben hin unbegrenztes Potenzial. Durch die hohe Korrelation zum Aktienmarkt nehmen sie im Anleihe-Segment die offensivste Position ein", so die Experten.
Das Fazit: "Mit einem guten Mix verschiedener Unternehmensanleihen können Anleger auch in Zeiten des Nullzinses eine Rendite von etwa zwei bis drei Prozent jährlich erzielen." Dafür müssten Anleger bereit sein, sich gut zu informieren und teils höhere Risiken in Kauf zu nehmen. (29.11.2021/alc/a/a)
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