London (www.anleihencheck.de) - Die Zentralbanker gehen weiterhin davon aus, dass der Preisdruck mit dem Ende der Angebotsengpässe nachlassen wird, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.
Es scheine aber immer fraglicher, ob dies vor Mitte 2022 eintrete. In der Zwischenzeit bestehe die Gefahr, dass die Inflationserwartungen steigen würden.
Höhere Renditen von US-Staatsanleihen hätten weltweit für einen Aufwärtstrend gesorgt. Im Vereinigten Königreich sei dies mit wachsenden Stagflationsängsten einhergegangen.
Die Experten würden daher davon ausgehen, dass sich die Inflation im Vereinigten Königreich in den kommenden Monaten auf 6 Prozent zu bewegen werde. Außerdem würden die Experten eine Verlangsamung des Wachstums erwarten, da höhere Energiepreise auf die Verbraucher wie eine Steuer wirken würden.
Dies gebe Anlass zur Sorge über den Fluch der Stagflation. Die politischen Entscheidungsträger in Westminster und bei der Bank of England (BoE) scheinen ratlos zu sein, wie sie darauf reagieren sollen, so die Experten von BlueBay Asset Management.
Eine ausbleibende Zinserhöhung könnte die Inflationserwartungen nach oben treiben. Eine Anhebung über 1 Prozent hinaus könnte jedoch leicht einen Zusammenbruch des britischen Immobilienmarktes auslösen und die Wirtschaft in eine Rezession stürzen. Die Verantwortlichen seien also in der Zwickmühle.
Bislang habe die BoE in Bezug auf die Zinssätze eine restriktive Haltung eingenommen, was dazu geführt habe, dass sich die Renditen im Vereinigten Königreich schwächer entwickelt hätten. Interessanterweise sei das Pfund Sterling aber unter Druck geraten. Denn die Marktteilnehmer seien der Meinung, dass eine Zinserhöhung bei nachlassendem Wachstum einer Währung selten zugutekomme. (01.10.2021/alc/a/a)
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