Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das Geschehen am Euro-Rentenmarkt war lange Zeit von einer sommerlichen Lethargie geprägt, so die Experten von Union Investment.
In Abwesenheit zahlreicher Marktteilnehmer seien die Umsätze niedrig gewesen und es sei nur zu geringen Kurschwankungen gekommen. Zunächst hätten die Renditen sogar noch ein wenig nachgegeben. Bei einer Rendite von minus 0,5 Prozent für zehnjährige Bundesanleihen hätten sich jedoch kaum noch Käufer gefunden. Mit Blick auf die gute konjunkturelle Entwicklung und die stetig steigenden Inflationsraten wären weitere Kurszuwächse auch sehr ungewöhnlich gewesen. Auch leicht schwächer als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten hätten es nicht vermocht, den Rentenmarkt zu stützen.
Anleihen aus den Peripherieländern hätten sich gut gehalten und seien lange Zeit kaum von Kursverlusten betroffen gewesen. Aufgrund der wieder sehr niedrigen Verzinsung von Staatsanleihen aus den Kernländern seien Papiere mit einem Risikoaufschlag gesucht gewesen. Hinzu sei gekommen, dass es keine politischen Störfeuer gegeben habe. Gerade in Italien sei die Nachrichtenlage erstaunlich ruhig gewesen. In den kommenden Wochen werde sich aber zeigen müssen, ob es dem Ministerpräsidenten Mario Draghi ebenso gut gelinge, Allianzen zu schmieden wie dem ehemaligen EZB-Chef Draghi. Noch würden die Marktteilnehmer seine Reformvorhaben honorieren. Die Vorsitzenden seiner Koalitionsparteien seien jedoch zurückhaltend und könnten die Umsetzung noch blockieren.
Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index hätten Euro-Staatsanleihen im August ein Minus von 0,5 Prozent verbucht. Der Renditerückgang der Sommermonat dürfte beendet sein. Die Experten würden mit wieder leicht steigenden Renditen rechnen. (Ausgabe vom 15.09.2021) (16.09.2021/alc/a/a)
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