Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Es kam, wie es kommen musste. Die EZB fährt die Anleihekäufe im Rahmen des PEPP-Programms zurück, so Dr. Otmar Lang, Chefvolkswirt der TARGOBANK.
Allerdings habe sie keinen klaren Hinweis auf eine große Richtungsänderung gegeben. Zwar sei das Programm bis Ende März 2022 befristet. Doch die EZB habe mitgeteilt, dass die Anleihekäufe so lange fortgeführt würden wie es angesichts der Corona-Krise eben nötig sei.
In der Tat sei es nur schwer zu glauben, dass sich an der geldpolitischen Ausrichtung der Europäischen Zentralbank zeitnah etwas ändern werde.
Da dränge sich das ungute Gefühl auf, dass die Notenbanker zwar formal die geldpolitischen Entscheidungen treffen würden, doch die heimischen Finanzminister am Ende den jeweiligen zinspolitischen Entscheidungsrahmen vorgeben würden.
Das könne im aktuellen Umfeld nur gut gehen, wenn die hohe Inflation ein vorübergehendes Phänomen bleibe. Sollten sich jedoch die weltweiten Liefer- und Versorgungsengpässe bis zum Frühjahr des kommenden Jahres nicht auflösen, könnte der Konjunkturausblick leiden. Und dann bekäme der Preisdruck eine neue Qualität. Die EZB wiederum wäre dann in einer fatalen Lage.
Fazit: Die nationale Verschuldensquote dürfe für die geldpolitische Strategie nicht richtungsweisend werden. (09.09.2021/alc/a/a)
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