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26.07.21 11:30
KMU-Anleihemarkt im ersten Halbjahr 2021: Deutlicher Anstieg bei Transaktionszahl und Platzierungsvolumen

Köln (www.anleihencheck.de) - Der deutsche Markt für KMU-Anleihen hat sich der anhaltenden Corona-Pandemie zum Trotz im ersten Halbjahr 2021 deutlich erholt, so die Experten der IR.on AG.

So sei nicht nur die Zahl der Emissionen auf 18 Anleihen gestiegen (H1 2020: 14 Emissionen), sondern habe sich auch das platzierte Volumen signifikant um 139% auf 727,7 Mio. Euro erhöht (H1 2020: 304,7 Mio. Euro). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ergebe sich gemessen am Zielvolumen der Anleiheemissionen von insgesamt 745 Mio. Euro eine erheblich verbesserte Platzierungsquote von 98% (H1 2020: 67%). Bereinigt um nachträgliche Erhöhungen des Zielvolumens respektive Aufstockungen habe die Platzierungsquote bei 83% gelegen. Der Kupon habe sich im Durchschnitt über alle Transaktionen um 33 Basispunkte auf 5,21% p.a. reduziert. Das ergebe ein von der Investor-Relations-Beratung IR.on AG durchgeführter Rückblick auf das erste Halbjahr 2021 am deutschen KMU-Anleihemarkt.

Insgesamt zeige sich ein breit diversifiziertes Bild bei den 18 KMU-Anleiheemittenten, die aus zehn unterschiedlichen Branchen stammen würden. Dominierend gewesen sei im Betrachtungszeitraum erneut der Immobiliensektor (fünf Unternehmen; 28% der Emittenten). Auf Rang zwei liege das Segment Industrielle Güter und Dienstleistungen (drei Emittenten, 17%).

Mit neun vollplatzierten Emissionen (50%) habe der KMU-Anleihemarkt eine deutlich bessere Performance als noch im Vorjahreszeitraum verzeichnet (vier Emissionen; 29%). Im ersten Halbjahr 2021 habe sich ein relativ ausgeglichenes Verhältnis zwischen Erstemissionen (zehn Anleihen) und Folgeemissionen (acht Anleihen) gezeigt, von denen jeweils die Hälfte habe vollplatziert werden können. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit neun Eigenemissionen (64%) habe die Zahl der durch Banken begleiteten Emissionen im 1. Halbjahr 2021 wieder deutlich auf 14 Anleihen (78%) zugenommen.

Anna-Lena Mayer, Senior Beraterin der IR.on AG: "Parallel zu der Entwicklung bei Börsengängen hat sich auch die Emissionstätigkeit am Markt für KMU-Anleihen im ersten Halbjahr 2021 deutlich erhöht. Dabei gilt es sicherlich, Aufholeffekte durch im vergangenen Jahr verschobene Emissionen zu berücksichtigen. Sowohl die Zahl der Emittenten als auch der Platzierungserfolg zeigen eine klar positive Entwicklung. Dies spricht dafür, dass trotz anhaltender Pandemie das Investoren-Sentiment am KMU-Anleihemarkt mittlerweile wieder deutlich positiver ausfällt."

Bei den Emissionsvolumina habe das Gros der Transaktionen im Bereich von bis zu 30 Mio. Euro (zwölf Anleihen, 67%) gelegen. Bei drei Emissionen habe das platzierte Volumen zwischen 50 Mio. Euro und 100 Mio. Euro sowie bei drei weiteren Emissionen bei über 100 Mio. Euro gelegen. Eine Anleihe habe sich zum Zeitpunkt der Studienerstellung noch in der Zeichnungsphase befunden. Für eine weitere Anleihe sei auch auf Nachfrage keine Angabe zum platzieren Emissionsvolumen gemacht worden.

Die Laufzeiten der in den ersten sechs Monaten 2021 begebenen KMU-Anleihen würden zwischen drei und 18 Jahren variieren, wobei 5-jährige Laufzeiten weiterhin am häufigsten vertreten seien (zwölf Anleihen, 67%). Insgesamt habe sich der Markt trotz der Einflüsse der Corona-Pandemie solide gezeigt und habe zwar zwei Restrukturierungen, jedoch keinen Ausfall von KMU-Anleihen verzeichnet.

Zu Jahresbeginn habe die IR.on AG neun im KMU-Segment aktive Emissionshäuser nach ihrer Prognose für das laufende Jahr 2021 befragt, die im Durchschnitt 25 Emissionen erwartet hätten. Damit seien sie mit ihrer Prognose etwas optimistischer gewesen als zu Beginn des Jahres 2020 (23 erwartete Emissionen). Betrachte man jedoch die bisher erfolgten Transaktionen, sei zu erwarten, dass die vor sechs Monaten formulierten Prognosen der Emissionshäuser zwar aufgrund der zu diesem Zeitpunkt vorherrschenden Rahmenbedingungen nachvollziehbar, jedoch rückblickend zu defensiv gewesen seien.

Ebenso hätten sich die Kupons für die Anleiheemittenten bisher besser entwickelt als von den Emissionshäusern prognostiziert. Während diese aufgrund des allgemein gestiegenen Risikos stagnierende oder steigende Kupons erwartet hätten, habe das 1. Halbjahr 2021 einen Rückgang des durchschnittlichen Kupons um 33 Basispunkte auf 5,21% p.a. gezeigt. Richtig gelegen hätten die Emissionsbanken bislang bei ihrer Erwartung, dass die Immobilienbranche den Markt anführen werde.

Anna-Lena Mayer: "Im 1. Halbjahr 2021 hat unsere Untersuchung der IR-Webseiten der 18 Emittenten hinsichtlich grundlegender IR-Informationen erneut bestätigt, dass die Investorenkommunikation - gemessen an unserem Transparenzindex "IR.score" (Skala von 0 bis 5 Punkten) - von börsennotierten Unternehmen und von Folgeemittenten in der Regel den Mindestanforderungen genügt. Die Erstemittenten konnten ihre Bewertung verglichen mit dem 1. Halbjahr 2020 zwar verbessern, weisen aber dennoch häufig Defizite bei den IR-Standards auf. Insgesamt hat sich der durchschnittliche IR.score gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 3,65 auf 4,22 Punkte verbessert." (26.07.2021/alc/a/a)


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