Rotterdam (www.anleihencheck.de) - Robecos Experten für Unternehmensanleihen zeigen sich angesichts erheblicher struktureller Verzerrungen im Zuge der wieder anlaufenden Volkswirtschaften vorsichtig - denn die Lage erschwert die Analysen.
Selbst angesehene Volkswirte und Notenbankvertreter würden ihre Einschätzungen ändern und zögern. Victor Verberk, Co-Head des Credit-Teams von Robeco: "In Zeiten wie diesen verhält man sich am besten zurückhaltend angesichts der vielen Unbekannten. Man muss von Zeit zu Zeit akzeptieren, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht."
Nach Meinung der Robeco-Experten würden die Bewertungen auf eine Anfälligkeit des Marktes hindeuten. Die technische Marktsituation sei jedoch nach wie vor sehr gut.
Für Sander Bus, Co-Head des Credit-Teams, würden Unternehmensanleihen aus Schwellenländern aktuell noch etwas Nachholpotenzial besitzen: "Dort sehen wir noch mehr Spielraum für weitere Gewinne. Einige Länder wie Argentinien oder die Türkei sind zwar mit Problemen konfrontiert. Doch ist beispielsweise der Energiesektor weiter interessant. Global gesehen finden wir nach wie vor einzelne Kandidaten bei Unternehmens- und Bankanleihen, die eine eingehendere Analyse und ein Long-Engagement rechtfertigen."
Sehr wahrscheinlich, so Bus, werde der Credit-Markt bestenfalls einen Mehrertrag in Höhe des durchschnittlichen Kupons abwerfen. "Anders gesagt - es wird ein unspektakuläres Jahr werden. Wir denken, dass man besser vorsichtig positioniert sein sollte. Am Markt für Unternehmensanleihen hat sich der Konsens herausgebildet, dass alles "im grünen Bereich" ist. In dieser Situation gibt es keine Kompensation mehr für Extremrisiken, was den Markt anfällig für negative Überraschungen macht. Das Confirmation Bias beherrscht das Geschehen." (06.07.2021/alc/a/a)
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