Wien (www.anleihencheck.de) - Die Preise für selbstgenutzte Wohnimmobilien sollen künftig in die Teuerungsrate mit einfließen; diese dürfte dadurch höher ausfallen als bisher, so die Experten von "FONDS professionell".
Besonders in Deutschland sorge das aktuelle Messverfahren der Inflationsrate für eine Menge Unmut. So hätten Bürger und Interessenvertreter bereits im vergangenen Jahr unter anderem moniert, dass in der Eurozone zwar die Mieten, jedoch nicht die Preise für Eigenheime in den Harmonisierten Verbraucherpreis-Index (HVPI) einfließen würden. Genau das solle sich jetzt ändern: Laut der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" möchten die Notenbanker der Europäischen Zentralbank (EZB) die Preise für selbstgenutzte Wohnimmobilien in ihr Messkonzept mit aufnehmen. Eine Anpassung des Verfahrens sei auch im Sinne der Bundesregierung.
Kompliziert sei die Umstellung unter anderem aufgrund systematischer Schwierigkeiten. Statistiker hätten darauf hingewiesen, dass zum einen die Kosten für selbstgenutztes Wohneigentum berechnet und sie vom Anstieg des Vermögenswertes der Immobilie getrennt werden müssten, berichte die FAZ. Zum anderen benötige man zeitnahe Werte für Immobilienpreise, die bislang nur quartalsweise erhoben würden.
Durch die Einbeziehung der Immobilienpreise dürfte die Inflationsrate höher ausfallen als bisher. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann schätze die Inflationsrate der Eurozone dadurch quartalsweise um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte höher, berichte die FAZ. Langfristig gesehen wäre der Effekt deutlich geringer, wenn sich Phasen mit stärker und schwächer steigenden Immobilienpreisen abwechseln würden. (Ausgabe vom 24.06.2021) (25.06.2021/alc/a/a)
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