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17.05.21 09:24
Kapitalmarktzinssätze: Aufwärtspotenzial vor allem in Europa weiterhin eng begrenzt

Essen (www.anleihencheck.de) - Trotz der anhaltenden Aufhellung der konjunkturellen Perspektiven weltweit und der anziehenden Inflationsraten vor allem in den USA sind die internationalen Zinssätze zuletzt wieder etwas abgesunken, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Dies gehe maßgeblich darauf zurück, dass die internationalen Notenbanken nicht müde würden zu betonen, dass sie an ihrem expansiven Kurs bis auf weiteres festhalten möchten. Zu Recht würden Mitglieder der FED angesichts der jüngsten Preissprünge auf die temporäre Natur der jüngsten Inflationsentwicklung verweisen: FED-Gouverneurin Brainard etwa habe hier darauf verwiesen, dass vorübergehende Versorgungsengpässe nicht ausreichen würden, um einen nachhaltigen Preisschub zu bewirken. Gleichwohl werde das FOMC die Entwicklung naturgemäß sehr genau analysieren.

Die EZB werde den legitimatorischen Windschatten der US-Geldpolitik mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weiter voll ausschöpfen: Wenn schon die FED auf vollem Expansionskurs bleibe, wäre die EZB in der Tat nicht gut beraten, von dieser Linie abzuweichen. Insgesamt sei daher davon auszugehen, dass die EZB auch weiterhin signalisieren werde, dass sie mit Blick auf die PEPP-Programme weiterkaufen werde, solange die konjunkturelle Lage noch unsicher sei. Sie könnte deswegen das PEPP-Gesamtvolumen möglicherweise sogar noch einmal aufstocken: Mit Blick auf die EZB müsse und werde die europäische Geldpolitik auch weiterhin alles tun, um den europäischen Corona-"Patienten" (Lagarde) bis zur vollständigen Genesung maximal zu unterstützen - wie lange das auch immer dauern möge: Ein Ende der ultraaggressiven Nullzinspolitik in Europa sei zumindest derzeit nicht mehr absehbar. Diese Einschätzung sei auch durch die jüngsten Äußerungen von Francois Villeroy de Galhau - Mitglied der Europäischen Zentralbank und Gouverneur der Banque de France - gestützt worden, der betont habe, dass das PEPP-Programm mindestens bis März 2022 fortgesetzt werde und die Geldpolitik extrem locker bleiben werde, selbst wenn das PEPP-Programm auslaufen sollte.

Vor dem Hintergrund der obigen Perspektiven für die Geldpolitik rund um den Globus bleibe das Aufwärts-Potenzial für die Kapitalmarktzinssätze vor allem in Europa auch weiterhin eng begrenzt: Die US-Kurve sei derzeit schon überdurchschnittlich steil, d.h. der Zinsabstand zwischen den - im weiteren Verlauf - erwarteten Notenbankvorgaben und den Kapitalmarktrenditen sei bereits weit überdurchschnittlich. Weitere größere Renditeanstiege wären damit nur im Rahmen einer signifikanten Erwartungskorrektur hinsichtlich des weiteren Pfades der US-Geldpolitik möglich, der wiederum maßgeblich von der weiteren Inflationsdynamik abhängig sei.

Die Analysten der National-Bank AG würden zwar grundsätzlich davon ausgehen, dass der internationale Zinstrend leicht aufwärts gerichtet bleibe, dies dürfte aber bei weitem nicht dafür ausreichen, dass die Renditen der richtungsweisenden 10-jährigen Bundesanleihen wieder in den positiven Bereich steigen könnten. Konkret würden die Analysten der National-Bank AG auf Jahressicht kaum Aufwärtspotenzial für die 10-jährigen Bundrenditen erwarten, sie würden ihre Jahresprognose bei Renditen um - 0,2% belassen. Unsere Projektionen für die 10-jährigen US-Treasuries verweisen auf Jahressicht unverändert auf Renditen um 1,8%, so die Analysten der National-Bank AG. (Ausgabe vom 14.05.2021) (17.05.2021/alc/a/a)


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