Logo
NEWS - Allgemein
www.anleihencheck.ariva-services.de
19.04.21 12:00
Internationaler Zinstrend bleibt leicht aufwärts gerichtet

Essen (www.anleihencheck.de) - Die internationalen Zinssätze sind angeführt von den US-Sätzen weiter im Aufwärtstrend - wenn auch in den letzten Tagen eine moderate Gegenbewegung eingesetzt hat: Rund um den Globus wird immer deutlicher, dass der wirtschaftliche Einbruch weltweit glimpflicher ablief als zu befürchten stand und die Perspektiven spürbar besser sind als noch vor Monaten von bzw. an den Märkten erwartet, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Vor allem die US-Notenbank sei im Verlauf des letzten Jahres nicht müde geworden zu betonen, dass eine akkommodierende Geldpolitik verfolgt werden solle, solange die durchschnittliche Inflationsrate unterhalb des Inflationsziels von 2% p.a. liege. Diese Linie setze die US-Notenbank auch angesichts des zunehmenden Preisdrucks weiter fort. Die Inflationsraten würden zwar aufgrund der Corona bedingten Basiseffekte zumindest zunächst weiter spürbar ansteigen. Die tatsächliche Stärke des unterliegenden Preistrends werde man aber erst mit der Zeit genauer abschätzen können - also wie das Preisgefüge in den USA insbesondere auf die mitunter sehr starken fiskalischen Stimuli reagieren werde.

Unverändert überwiege nach Erachten der Analysten der National-Bank AG in der längerfristigen Erwägung die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die inflationsbegrenzenden Effekte die Oberhand behalten würden. Von der Seite der Notenbanken dürfte der globale Aufschwung also weiter unterstützt werden können, gleichwohl werde die FED die weitere Preisentwicklung natürlich mit Argusaugen betrachten.

Mit Blick auf die EZB müsse und werde die europäische Geldpolitik auch weiterhin alles tun, um den europäischen Corona-"Patienten" (Lagarde) bis zur vollständigen Genesung maximal zu unterstützen - wie lange das auch immer dauern möge: Ein Ende der ultraaggressiven Nullzinspolitik in Europa sei zumindest derzeit nicht mehr absehbar.

Vor dem Hintergrund der obigen Perspektiven für die Geldpolitik rund um den Globus bleibe das Aufwärtspotenzial für die Kapitalmarktzinssätze vor allem in Europa eng begrenzt: Die US-Kurve sei derzeit schon überdurchschnittlich steil, d.h. der Zinsabstand zwischen den - im weiteren Verlauf - erwarteten Notenbankvorgaben und den Kapitalmarktrenditen sei bereits weit überdurchschnittlich. Weitere größere Renditeanstiege wären damit nur im Rahmen einer signifikanten Erwartungskorrektur hinsichtlich des weiteren Pfades der US-Geldpolitik möglich, der wiederum maßgeblich von der weiteren Inflationsdynamik abhängig sei: Auf dem aktuellen Stand sei auch weiterhin davon auszugehen, dass das Gros der Preiseffekte temporärer Natur sein werde. Mit Blick auf die immer größer dimensionierten Fiskalpakete der US-Administration würden die Inflationsgefahren gleichwohl grundsätzlich weiter ansteigen.

Die Analysten der National-Bank AG würden zwar grundsätzlich davon ausgehen, dass der internationale Zinstrend leicht aufwärts gerichtet bleibe, dies dürfte aber bei weitem nicht dafür ausreichen, dass die Renditen der richtungsweisenden 10-jährigen Bundesanleihen wieder in den positiven Bereich steigen könnten. Konkret würden die Analysten der National-Bank AG auf Jahressicht kaum Aufwärtspotenzial für die 10-jährigen Bundrenditen erwarten, sie würden ihre Jahresprognose bei Renditen um -0,2% belassen. Unsere Projektionen für die 10-jährigen US-Treasuries verweisen auf Jahressicht unverändert auf Renditen um 1,8%, so die Analysten der National-Bank AG. (Ausgabe vom 16.04.2021) (19.04.2021/alc/a/a)


© 1998 - 2026, anleihencheck.ariva-services.de