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14.04.21 12:30
Emerging Markets: US-Renditeanstieg belastet

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im März lasteten erneut steigende US-Renditen auf den Anleihen aus den Schwellenländern, so die Experten von Union Investment.

Gemessen am J.P. Morgan EMBI Global Diversified-Index habe der in Hartwährung denominierte Gesamtmarkt 1,0 Prozent verloren. Die Risikoaufschläge gegenüber US-Staatsanleihen seien bei rund 350 Basispunkten nahezu unverändert geblieben, wodurch der US-Renditeanstieg nicht habe kompensiert werden können. Am US-Rentenmarkt habe sich der Zinsanstieg aus den Vormonaten fortgesetzt. In der Spitze hätten zehnjährige US-Schatzanweisungen kurzzeitig über 1,75 Prozent rentiert. Zur Monatsmitte habe es noch nach einer Konsolidierung ausgesehen, die Verschnaufpause habe jedoch nur kurz gewährt. An der zwischenzeitlichen Marktberuhigung habe die US-Notenbank Federal Reserve (FED) einen großen Anteil gehabt. Powell sei der Spagat zwischen lockerer Geldpolitik und positiven Wachstumsaussichten gelungen, ohne Befürchtungen eines zu frühen Rückzugs der FED bei ihren Ankäufen auszulösen. Angesichts der steigenden US-Zinsen sei die Neuemissionstätigkeit der Schwellenländer insgesamt verhalten ausgehalten. Mit einem aggregierten Mittelzufluss in Höhe von 1,8 Milliarden US-Dollar habe das Marktsegment erneut einen Mittelzuwachs verzeichnet, auch wenn sich die Dynamik zuletzt abgeschwächt habe.

Idiosynkratische Risiken hätten die Entwicklung in vereinzelten Ländern belastet. Hervorzuheben sei vor allem der Personalwechsel an der Spitze der Türkischen Zentralbank. Der türkische Präsident Erdogan habe zum dritten Mal seit Mitte 2019 den Notenbank-Chef entlassen. Der erst vor knapp fünf Monaten ins Amt gehobene Naci Agbal sei durch Sahap Kavcioglu ersetzt worden. Der Rauswurf Agbals werfe ein Schlaglicht auf vorige Bemühungen, die Geldpolitik des Landes unabhängig erscheinen zu lassen. Sowohl die Türkische Lira als auch Staatanleihen aus der Türkei hätten mit scharfen Verlusten auf den Rauswurf des Zentralbankchefs reagiert.

Ferner habe Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro im Zuge einer umfassenden Regierungsumbildung sechs Kabinettsposten neu besetzt. Auch an der Führungsspitze des staatlichen Ölkonzerns Petrobras sei es zu einem Personalwechsel gekommen. Zudem seien seitens der EU, den USA sowie dem Vereinigten Königreich weitere Sanktionen gegen China verhängt worden. (Ausgabe vom 13.04.2021) (14.04.2021/alc/a/a)


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