Frankfurt (www.anleihencheck.de) - An den Staatsanleihemärkten blieb die Lage, vor allem in den USA, in der Berichtswoche eher angespannt, so die Experten von Union Investment.
Nach einem leichten Rückgang zum Wochenauftakt hätten die Renditen im weiteren Verlauf dort wieder angezogen. US-Notenbankchef Powell habe am Donnerstag in einer Rede mit dem Hinweis auf eine erwartete höhere Inflation die Anleger verunsichert. Die Zehnjahresrendite US-amerikanischer Schatzanweisungen sei um 14 Basispunkte auf 1,58 Prozent angestiegen. Die US-Zinskurve habe in der Berichtswoche wieder über die langen Laufzeiten etwas steiler tendiert.
Am deutschen Staatsanleihemarkt sei die richtungsweisende Zehnjahresrendite (minus 0,30 Prozent) unter dem Höchststand der Vorwoche geblieben und habe um fünf Basispunkte nachgegeben. Die deutsche Zinsstrukturkurve habe etwas steiler tendiert, da die ganz langen Laufzeiten einige Renditestellen zugelegt hätten. Somit sei der deutsche Bondmarkt der US-Bewegung in der Berichtswoche nicht mehr in Gänze gefolgt. Der iBoxx - Sovereigns-Index habe per Donnerstagabend leicht im Plus gelegen.
In der Euro-Peripherie habe sich nach Schwankungen renditeseitig per saldo wenig getan. Italien sei als erster staatlicher Emittent der Peripherie mit einem Green Bond (Laufzeit 2045) an den Markt gekommen. Die 8,5 Milliarden Euro schwere Emission habe ein Zeichnungsvolumen von 80 Milliarden Euro im Orderbuch hervorgerufen.
Am Donnerstag stehe die Sitzung der Europäischen Zentralbank im Blickpunkt der Märkte. Die EZB dürfte dabei den jüngsten Renditeanstieg hervorheben. Nicht wenige Marktteilnehmer würden angesichts des Anstiegs stärkere Marktinterventionen im Rahmen des Anleiheankaufprogramms erwarten. Zügigere Ankäufe oder gar eine Aufstockung des Programms wären die Optionen. Womöglich könnte die EZB aber auch schon im Vorfeld der Sitzung ihre Ankäufe erhöhen, allerdings würden die Meinungen im EZB-Rat derzeit diesbezüglich auseinandergehen.
Mit Blick auf die Konjunkturdaten stehe am Montag die deutsche Industrieproduktion auf der Agenda. Am Mittwoch gebe es Daten zur Preisentwicklung in den USA. Am Freitag sei dann die EU-Industrieproduktion von größerem Interesse. Der Konsens rechne mit einem leichten Rückgang gegenüber dem schon rückläufigen Vormonat. (Ausgabe vom 05.03.2021) (08.03.2021/alc/a/a)
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