London (www.anleihencheck.de) - Zuletzt erinnerte die Entwicklung von US-Aktien und -Anleihen an ein Jo-Jo, so Mark Dowding, CIO von BlueBay Asset Management.
Niedrigere Aktienkurse hätten niedrigere Renditen nach sich gezogen. Diese hätten wieder zu höheren Aktienkursen und steigenden Renditen geführt - woraufhin wiederum die Aktienkurse nachgegeben hätten.
Risikoanlagen würden seit einiger Zeit empfindlicher auf Renditeänderungen reagieren, da sich auch die Realrenditen zu bewegen beginnen würden. Das könne einen erheblichen Einfluss auf die Aktienbewertungen haben, selbst wenn das robuste Wirtschaftswachstum auf eine kräftige Verbesserung der Unternehmensgewinne hindeute.
Mittelfristig würden die Experten davon ausgehen, dass die expansive Fiskalpolitik im Jahr 2021 für ein robustes Wirtschaftswachstum, eine steigende Inflation und höhere Renditen sorgen werde. Zwar würden sich die Experten nicht auf eine bestimmte Prognose festlegen, sähen aber bis Jahresende Spielraum für einen Anstieg der Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen auf mehr als 2 Prozent. Die Experten seien der Meinung, dass eine solche Entwicklung ein schwieriges Umfeld für Risikoanlagen im Allgemeinen schaffen könne.
Die Experten BlueBay Asset Management denken nicht, dass eine derartig ausgedehnte Renditebewegung jetzt schon stattfinden wird. Sie könnte aber ein Risiko im späteren Jahresverlauf darstellen. Möglicherweise müsse sich dies durch eine Änderung der FED-Rhetorik bestätigen, die noch in weiter Ferne liege.
Unter diesem Gesichtspunkt könnten das, was man jetzt erlebe, erste Erschütterungen im Vorfeld eines Erdbebens sein, das zu einem späteren Zeitpunkt eintrete. Das Problem für Investoren bestehe aktuell darin: Wie solle man weitermachen, wenn der Boden erst einmal zu zittern beginne - man aber wisse, dass es nicht das "große Beben" sei? Es scheine an der Zeit, Vorsicht walten zu lassen. (05.03.2021/alc/a/a)
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