Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Am Euro-Staatsanleihenmarkt herrschte im Dezember lange Zeit eine abwartende Haltung, so die Experten von Union Investment.
Einige Konjunkturdaten seien angesichts der Lockdown-Maßnahmen etwas schwächer als erwartet ausgefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe mit ihren Käufen den Markt unterstützt. Ein Veto von Polen und Ungarn gegen den europäischen Wiederaufbaufonds habe für Verunsicherung gesorgt. Zudem hätten die Brexit-Verhandlungen mit der britischen Regierung zu scheitern gedroht. Somit habe eine gewisse Unsicherheit vor dem letzten Treffen der EZB vorgeherrscht. Nach und nach hätten sich die vermeidlichen Störfaktoren allerdings in Wohlgefallen aufgelöst. Im Streit um den EU-Haushalt habe zur Monatsmitte ein Kompromiss gefunden werden können. Damit sei auch der Weg für den so wichtigen Wiederaufbaufonds frei gewesen, der vor allem den südlichen europäischen Ländern zugutekomme.
Mit Blick auf die Zentralbank hätten die europäischen Währungshüter erwartungsgemäß das Ankaufprogramm PEPP in Höhe und Laufzeit ebenso an wie die Bedingungen für weitere Tendergeschäfte gepasst. Die Maßnahmen würden im Wesentlichen darauf abzielen, die Finanzierungsbedingungen für Staaten, Banken, Unternehmen und Haushalte in der andauernden Phase der Pandemie weiterhin günstig zu halten, sie aber nicht mehr noch zusätzlich zu verbessern.
Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index hätten europäische Staatsanleihen im Dezember ein Plus von 0,1 Prozent erzielt. Anleihen aus den Kernländern hätten letztlich unverändert gehandelt, während Papiere aus den Peripherieländern leicht hätten zulegen können (+0,3 Prozent). Im gesamten Jahr 2020 hätten sich europäische Staatsanleihen um 5,0 Prozent verteuert. Das Marktumfeld sollte aufgrund der Käufe der EZB auch 2021 zunächst gut unterstützt bleiben. (Ausgabe vom 11.01.2021) (13.01.2021/alc/a/a)
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