Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Euro-Staatsanleihen zeigten sich zu Beginn des Monats Oktober noch unbeeindruckt von den steigenden Corona-Infektionszahlen in ganz Europa, so die Experten von Union Investment.
Stattdessen hätten die Renditen leicht angezogen. Mit den guten Konjunkturdaten seien zudem höhere Inflationserwartungen einhergegangen. Dieses Marktumfeld sei jedoch nur von kurzer Dauer gewesen. Ab der Monatsmitte hätten die stark steigenden Infektionszahlen mehr und mehr für Verunsicherung gesorgt. In Frankreich und Spanien, später auch in allen anderen Ländern, hätten die Fallzahlen jene aus der ersten Welle im vergangenen Frühjahr überschritten. Zum Monatsende hätten dann viele Länder einen zweiten Lockdown verabschieden müssen. Anders als im Frühjahr falle dieser jedoch etwas milder aus und dürfte die Wirtschaft somit weniger stark belasten.
Weitaus erstaunlicher gewesen sei hingegen die Kursentwicklung von Papieren aus den Peripherieländern. Diese hätten in diesem schwierigen Umfeld nicht wie sonst üblich an Wert verloren, sondern seien ebenfalls gut unterstützt gewesen. Die Käufe der EZB, hohe Fälligkeiten und die Annahme, dass der Wiederaufbaufonds der Startschuss für eine beginnende Fiskalunion gegeben habe, hätten für Unterstützung gesorgt. Letztlich hätten Anleihen aus der Peripherie auf Monatssicht sogar leicht stärker zugelegt als Papiere aus den Kernländern.
Zum Monatsende habe die EZB die Leitzinsen zwar unverändert belassen, angesichts der wirtschaftlichen Eintrübung aber neue Maßnahmen für Dezember angekündigt. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index hätten europäische Staatsanleihen im Oktober ein Plus von 1,0 Prozent erzielt. (Ausgabe vom 09.11.2020) (10.11.2020/alc/a/a)
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