Zürich (www.anleihencheck.de) - Die aktuelle Entwicklung der globalen Konjunktur und der Finanzmärkte ist durch eine zunehmende "Reflationierung" des Systems geprägt, so Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management in Zürich.
Dabei führe die äußerst lockere Geldpolitik der Zentralbanken zu einer Kombination von leicht höheren Inflationserwartungen, stärkerem Güterkonsum und Wirtschaftswachstum sowie tendenziell höheren langfristigen Zinsen. Diese Entwicklung verlaufe aber sehr moderat und kontrolliert. Man erkenne derzeit keine Übertreibungen oder Ausreißbewegungen. Insgesamt ergebe dies ein günstiges Umfeld für Finanzmärkte, da sowohl die monetären als auch die konjunkturellen Triebkräfte in einem gesunden Gleichgewicht seien.
Generell seien die Bewertungen der Finanzmärkte in Anbetracht der tiefen Zinsen in einem neutralen Bereich. Beispielsweise lägen die Dividendenrenditen noch immer rund 1,8 Prozentpunkte über den Geldmarktzinsen. Dies stelle im historischen Vergleich eine hohe Risikoprämie dar. Auch an den Märkten für Unternehmensanleihen würden derzeit keine größeren Übertreibungen existieren. In verschiedenen Emerging Markets würden sich sogar interessante Anlagegelegenheiten finden. Eine Ausnahme würden die Staatsanleihenmärkte bilden, die teuer bewertet seien und durch die leicht höheren Inflationserwartungen unter Druck stünden. Allerdings würden im Moment noch positive Kräfte wirken, die einen Zinsanstieg dämpfen würden.
Trotz diesem insgesamt günstigen aktuellen Umfeld würden die Experten neutral positioniert bleiben, bis mehr Klarheit über die weitere Entwicklung der Covid-19-Pandemie und die US-Präsidentschaftswahlen herrsche. (Ausgabe vom 29.10.2020) (30.10.2020/alc/a/a)
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