Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der EZB-Rat war bereits mit disinflationären Tendenzen konfrontiert, die sich mit der Pandemie jedoch noch verstärkt haben, so Mondher Bettaieb-Loriot, Head of Corporate Bonds bei Vontobel Asset Management.
Jetzt, da sich eine zweite COVID-19-Welle entwickele, sei die EZB bestrebt, ihr Unterstützungsprogramm auszuweiten, was in der nächsten Tagung im Dezember wahrscheinlich geschehen werde.
Die EZB habe klar und deutlich erklärt, dass die Risiken eindeutig zugenommen hätten, und dass es notwendig sei, Maßnahmen zu ergreifen. Die Konsequenz für den Markt für Unternehmensanleihen bestehe darin, dass vermehrte Zukäufe von Unternehmensanleihen durch die EZB den Bestand, der privaten Anlegern zur Verfügung stehe, reduzieren würden. Zusätzlich würden traditionelle Anleger in Staatsanleihen angesichts der niedrigen und negativen Zinssätze zunehmend verdrängt.
Es werde geschätzt, dass der ausstehende Pool aller auf Euro lautenden Anleihen, die Investoren halten würden, allein im Jahr 2021 um 750 Mrd. Euro schrumpfen werde - einer der höchsten Beträge, die man je gesehen habe. Die Knappheit von Anleihen, insbesondere von Unternehmensanleihen, werde sich mit den für Dezember geplanten Maßnahmen der EZB noch verschärfen. Dies stelle eine sehr starke Unterstützung für diesen Markt beim Übergang ins Jahr 2021 dar. (Ausgabe vom 29.10.2020) (30.10.2020/alc/a/a)
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