Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Von der erhöhten Risikoneigung der Anleger profitierten auf der Rentenseite vor allem die südeuropäischen Peripheriemärkte, so die Experten von Union Investment.
Allen voran wieder einmal der italienische Markt. Die Renditen seien dort über die gesamte Zinskurve hinweg um vier bis sechs Basispunkte gefallen. Zehnjährige italienische Staatspapiere hätten dabei am Freitag ein historisches Renditetief bei knapp 0,73 Prozent erreicht. Ende Oktober und Anfang November stünden Ratingentscheidungen großer Agenturen zu Italiens Kreditwürdigkeit an. Die Experten würden nicht mit einer Verschlechterung rechnen, der Markt scheine dies angesichts der jüngsten Kursanstiege ebenfalls so einzuschätzen. Damit sei auch der Renditespread Italiens zu deutschen Bundesanleihen auf ein Rekordtief gefallen.
Am US−Staatsanleihemarkt sei die Verzinsung bei den richtungsweisenden Zehnjahrespapieren hingegen leicht angestiegen. Die amerikanische Zinsstrukturkurve habe in der Berichtswoche über das lange Ende etwas steiler tendiert. Deutsche Bundesanleihen hätten sich gegenüber vergangenem Freitag nur wenig verändert gezeigt.
Europäische Unternehmensanleihen hätten in der Berichtswoche freundlich gehandelt. Sowohl bei Papieren mit Rating Investment Grade als auch im hochverzinslichen Sektor (High Yield) hätten sich die Risikoaufschläge (Asset Swap Spreads) eingeengt. Dies habe auch für die in US-Dollar oder Eurodenominierten Hartwährungsanleihen aus den Schwellenländern (EM) zugetroffen, die ebenfalls sehr gefragt gewesen seien. In beiden Segmenten seien zudem am Primärmarkt neue Papiere gut von den Anlegern aufgenommen worden. Dem EM-Anleihesegment seien in der vergangenen Woche mit zwei Milliarden US-Dollar weltweit massive Anlagegelder zugeflossen. (Ausgabe vom 09.10.2020) (12.10.2020/alc/a/a)
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