Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK, stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von AT&T (ISIN US00206R1023 / WKN A0HL9Z) eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung (ISIN DE000DD5AR98 / WKN DD5AR9) mit dem Basiswert AT&T vor.
Mit der Übernahme von Time Warner habe AT&T auch den US-amerikanischen Fernsehprogrammanbieter HBO erworben. Ende Mai sei mit HBO Max ein neuer Streaming-Dienst-Anbieter in den USA gestartet.
HBO sei seit fast 50 Jahren am Markt. Weltweit bekannt geworden sei der Sender in den letzten Jahren durch die Erfolgsserie "Game of Thrones". Seit der 80 Mrd. US-Dollar teuren Übernahme von Time Warner durch AT&T im Jahr 2018 sei HBO ein wichtiger Unternehmensbestandteil des US-Telekommunikationsriesen. Mit dem Start von HBO Max solle die Abonnentenbasis des Medienanbieters erheblich erweitert werden. Hierfür werde HBO Max einen Katalog von Filmen und Fernsehserien, Originalshows, lizenzierten Inhalten und Live-Sportübertragungen anbieten.
Um möglichst schnell viele Kunden von der neuen Streaming-Plattform zu überzeugen, habe das Unternehmen Anfang April mehr als 500 Programmstunden ohne Abonnement zur Verfügung gestellt. Zudem hätten Interessenten bis zum Start von HBO Max am 27. Mai ein Abo für die ersten zwölf Monate für 11,99 US-Dollar pro Monat abschließen können. Dies könne als direkter Angriff auf den Konkurrenten Netflix gesehen werden, dessen beliebtestes Abomodell 12,99 US-Dollar pro Monat koste. In Zukunft wolle HBO Max allerdings mit Inhalten überzeugen. Dank der Verbindung zur US-Film- und Fernsehgesellschaft Warner Bros. Entertainment habe HBO Max Zugriff auf attraktive Serien und Filme, wie z.B. "Friends", "The Big Bang Theory", "Joker" und "Wonder Woman".
Der Streamingmarkt boome, weltweit würden immer mehr Menschen das jederzeit verfügbare Angebot von Filmen und Serien nutzen. Allein in Deutschland habe laut einer Ende letzten Jahres veröffentlichten Marktanalyse von McKinsey inzwischen jeder zweite Haushalt ein Abonnement bei einem Streaming-Anbieter. Die Platzhirsche seien derzeit noch Netflix und Amazon, aber seit einigen Monaten würden auch große Player wie Disney und Apple und seit neuestem HBO bzw. AT&T um Marktanteile kämpfen.
Um im hart umkämpften Streamingmarkt neue Abonnenten zu gewinnen, müssten regelmäßig neue Inhalte veröffentlicht werden. Anbieter wie Netflix und Amazon würden daher inzwischen vermehrt auf Eigenproduktionen setzen. Hierfür müsse allerdings viel investiert werden. Netflix-Anleger würden das daraus entstehende Problem kennen: Seit Jahren würden sie schon auf einen wiederkehrenden Quartalsgewinn bzw. einen positiven Cashflow warten.
Anders sehe die Lage bei AT&T aus. Aufgrund seines stabilen Kerngeschäfts erwirtschafte der Telekommunikations- und Medienkonzern regelmäßig hohe Erträge. Allein im ersten Quartal habe AT&T einen freien Cashflow von rund 7 Mrd. US-Dollar ausweisen können. Davon würden 3,7 Mrd. US-Dollar als Dividende ausgeschüttet. Mit über 3 Mrd. US-Dollar an freien Barmitteln in einem einzigen Quartal verfüge AT&T somit über ausreichend Kapital, um aggressiv in HBO Max zu investieren.
Derzeit werde die Bonität von AT&T von den drei führenden US-Ratingagenturen Moody's, Standard & Poor's und Fitch mit den Langfrist-Ratings Baa2, BBB und A- bewertet. Dies entspreche einer durchschnittlich guten Anlage mit ausreichend Schutzparametern. Ungünstige wirtschaftliche Bedingungen oder sich ändernde Umstände könnten jedoch die Fähigkeit des Schuldners beeinträchtigen, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.
Zugute komme dem Unternehmen, dass es Marktführer in fast allen seinen Geschäftsbereichen sei, wertvolle Vermögenswerte besitze, vorhersehbare Einnahmen erwirtschafte und gesunde Margen erziele. Positiv würden die Agenturen zudem den positiven Freien Cashflow sowie den Schuldenabbau im vergangenen Jahr bewerten. Doch nach wie vor sei der Schuldenberg groß und es würden noch einige Jahre vergehen, bis dieser abgetragen sei. Zudem herrsche aufgrund der Corona-Krise weiterhin Unsicherheit bezüglich dem Verlauf des diesjährigen Geschäftsjahres.
Aktuell habe die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf AT&T im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier betrage 1,50% p.a. und die Laufzeit betrage 4,9 Jahre. Die Zeichnungsphase laufe vom 23.06.2020 bis 15.07.2020.
Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Bonitätsentwicklung von AT&T. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:
1. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner AT&T ein, erhalte der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 1,50% ausbezahlt. Zudem werde die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.
2. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner AT&T ein, würden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolge zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag könne deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfalle in diesem Fall vollständig (Totalverlustrisiko). Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liege.
Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Stand vom 12.06.2020) (25.06.2020/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
© 1998 - 2026, anleihencheck.ariva-services.de