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15.06.20 11:30
1,50% bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf AT&T: Mit verschiedenen Geschäftsmodellen durch die Krise

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK, stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von AT&T (ISIN US00206R1023 / WKN A0HL9Z) eine 1,50% bonitätsabhängige Schuldverschreibung (ISIN DE000DD5AR15 / WKN DD5AR1) mit dem Basiswert AT&T vor.

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, seien in den letzten Monaten weltweit viele Kinos geschlossen gewesen. Dies habe zur Folge gehabt, dass zahlreiche Filmstarts auf Eis hätten gelegt werden müssen. Zu den Leidtragenden dieser Maßnahme habe unter anderem AT&Ts Medienkonzern WarnerMedia gehört. Zusätzlich habe das Fernsehprogramm von WarnerMedia unter dem Verlust von Werbeeinnahmen durch die Absage von Live-Sportveranstaltungen gelitten. Dies habe dazu beigetragen, dass die Einnahmen dieser Sparte im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 12,2% auf 7,4 Mrd. US-Dollar gesunken seien.

Deutlich widerstandsfähiger gegenüber der Pandemie habe sich dagegen das Mobilfunkgeschäft gezeigt. Trotz aller Herausforderungen und Widrigkeiten sei der Umsatz dieses Segments im ersten Quartal mit 17,4 Mrd. US-Dollar nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr geblieben. Trotz diesem Ergebnis habe sich der Konzernumsatz von Januar bis Ende März um fast 5% auf 42,8 Mrd. US-Dollar reduziert. Ebenfalls zurückgegangen sei der Freie Cashflow. Mit 3,9 Mrd. US-Dollar sei dieser aber nach wie vor positiv. Insgesamt verfüge das Unternehmen derzeit über Barreserven in Höhe von rund 10 Mrd. US-Dollar.

AT&T könnte in den nächsten Monaten und Jahren von dem expandierenden 5G-Netz profitieren. Bis zum Sommer rechne das Unternehmen mit einer nahezu landesweiten Abdeckung mit dem neuen Mobilfunkstandard. Viele der heute im Umlauf befindlichen Handys könnten allerdings nicht auf das 5G-Netz zugreifen. Dies könnte dazu führen, dass zahlreiche neue Geräte gekauft würden - eine Entwicklung, von der neben den Telefonherstellern auch AT&T profitiere. Zudem seien in Zukunft zahlreiche kostenpflichtige Services dank dem schnellen Netz denkbar.

Obwohl inzwischen viele Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zurückgefahren werden und auch die Kinos wieder öffnen, glauben wir, dass die Besucherzahlen vorerst unter dem Durchschnitt der letzten Jahre bleiben, so Robin Freytag, Bondhändler bei der DZ BANK. Ob die daraus resultierenden Einnahmenrückgänge über Streamingangebote wieder aufgeholt werden könnten, sei nach Ansicht von Robin Freytag fraglich. Optimistisch sei der Bondhändler dagegen für das Kerngeschäft von AT&T. Da der Mobilfunkbereich nahezu krisensicher sei und 5G in seinen Augen ein bedeutender Zukunftstrend sei, rechne Freytag hier weiterhin mit stabilen Erträgen.

Derzeit werde die Bonität von AT&T von den drei führenden US-Ratingagenturen Moody's, Standard & Poor's und Fitch mit den Langfrist-Ratings Baa2, BBB und A- bewertet. Dies entspreche einer durchschnittlich guten Anlage mit ausreichend Schutzparametern. Ungünstige wirtschaftliche Bedingungen oder sich ändernde Umstände könnten jedoch die Fähigkeit des Schuldners beeinträchtigen, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

Zugute komme dem Unternehmen, dass es Marktführer in fast allen seinen Geschäftsbereichen sei, wertvolle Vermögenswerte besitze, vorhersehbare Einnahmen erwirtschafte und gesunde Margen erziele. Positiv würden die Agenturen zudem den positiven Freien Cashflow sowie den Schuldenabbau im vergangenen Jahr bewerten. Sollte allerdings der durch das Coronavirus verursachte Produktionsstopp im Film- und Fernsehbereich weiter anhalten, könnte sich dies negativ auf die finanzielle Flexibilität und den Schuldenabbau auswirken.

Aktuell habe die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf AT&T im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier betrage 1,50% p.a. und die Laufzeit betrage fünf Jahre. Die Zeichnungsphase laufe vom 11.06.2020 bis 17.06.2020.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Bonitätsentwicklung von AT&T. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner AT&T ein, erhalte der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 1,50% ausbezahlt. Zudem werde die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.

2. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner AT&T ein, würden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolge zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag könne deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfalle in diesem Fall vollständig (Totalverlustrisiko). Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liege.

Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Stand vom 12.06.2020) (15.06.2020/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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