Genf (www.anleihencheck.de) - Die Pläne der FED für eine umfangreiche Liquiditätsspritze in die US-Kreditmärkte haben gemeinsam mit den Bemühungen der asiatischen und der Emerging-Markets-Zentralbanken dazu geführt, dass die Primärmarktemissionen wieder aufgenommen wurden, so Dhiraj Bajaj, Head of Asian Credit and Lead Portfolio Manager bei Lombard Odier Investment Managers.
Dies ermögliche es den Regierungen der Emerging Markets, den globalen US-Dollar-Anleihenmarkt zu nutzen, um ihre steigenden Haushaltsdefizite für 2020 zu finanzieren. Die Regierungen seien elementar, um das Wachstum zu stabilisieren, bis der private Sektor wieder in den Vordergrund treten könne.
Diese positiven Kursbewegungen hätten sich auch auf weniger entwickelte Kreditmärkte ausgewirkt. Die qualitativ höherwertigen asiatischen Märkte hätten als erste ihre Primärmärkte wieder geöffnet, namentlich China, Hongkong, Korea und Singapur. Jetzt erlebe man, wie indonesische Banken und quasi-staatliche Unternehmen den Markt zu Sonderkonditionen erschließen würden. Die Experten würden erwarten, dass andere Marktteilnehmer wie Indien, der Golfstaaten-Kooperationsrat und die lateinamerikanischen IG-Unternehmen demnächst folgen würden. Dies dürfte in der kurzen Frist bewirken, dass sich die Underperformance der Schwellenländer- gegenüber Kreditmärkten der Industrieländer teilweise umkehre. Dennoch sei notwendig, dass die Zentralbanken helfen würden, notleidende Vermögenswerte aus den Bilanzen der Kreditgeber zu bereinigen.
Die Experten seien der Meinung, dass dafür Bad Banks errichtet werden sollten, um so funktionierende, unabhängige Kanäle für die Kreditvergabe zu schaffen. Das sei der nächste Schritt, der vor allem in den Schwellenländern erforderlich sei. (05.06.2020/alc/a/a)
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