Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach den turbulenten Handelstagen in den Vormonaten kam es im April zu einer deutlichen Beruhigung, so die Experten von Union Investment.
Zu Monatsbeginn habe die Zahl der Corona-Infektionen noch zugenommen. Im weiteren Verlauf hätten die Eindämmungsmaßnahmen jedoch erste Erfolge gezeigt und damit hätten Anleger die Hoffnung auf mögliche Lockerungen verbunden. US-Staatsanleihen hätten im Monatsvergleich nahezu unverändert rentiert.
Zunächst hätten am Euro-Staatsanleihenmarkt Kursverluste das Geschehen geprägt. Anleger hätten sich angesichts der umfangreichen Hilfsmaßnahmen um deren Finanzierung gesorgt und die Ausgabe einer Vielzahl an Neuemissionen befürchtet. Anfangs seien die neuen Papiere jedoch noch problemlos platziert worden. Einerseits seien hierfür die hohen Prämien verantwortlich gewesen, andererseits habe auch die Europäische Zentralbank mit ihren Käufen für Rückenwind gesorgt.
Im weiteren Monatsverlauf seien die Renditen von Anleihen aus den Kernländern weiter zurückgekommen. Papiere aus den Peripherieländern hätten hiervon hingegen nicht profitieren können. Weitere Neuemissionen seien sukzessive zu einer Belastung geworden. Darüber hinaus hätten sich Anleger mehr und mehr um die hohe Verschuldung Italiens zu sorgen begonnen. Die Debatte um eine mögliche Vergemeinschaftung der Schulden sei auf dem EU-Gipfel letztlich vertagt worden. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index hätten europäische Staatsanleihen im April 0,4 Prozent an Wert hinzugewonnen.
Unternehmensanleihen seien von den Ankaufprogrammen gut unterstützt gewesen und hätten mit 3,6 Prozent deutlich zugelegt. Auch Papiere aus den aufstrebenden Ländern seien gefragt gewesen und hätten ein Plus von 2,2 Prozent verbucht. (Ausgabe vom 08.05.2020) (12.05.2020/alc/a/a)
© 1998 - 2026, anleihencheck.ariva-services.de