Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Am Freitag vergangener Woche stand die Ratingüberprüfung Italiens durch Standard & Poors (S&P) auf der Agenda, so die Experten von Union Investment.
Die Bonitätswächter hätten sich noch einmal gnädig gezeigt und Italien nicht herabgestuft. Schon lange seien die hohen Staatsschulden ein Problem. Angesichts der niedrigen Zinsen und der Unterstützung durch die Europäische Zentralbank (EZB) warte S&P jedoch vorerst ab. Viele Marktteilnehmer hätten erleichtert reagiert. Am Dienstagabend habe dann aber die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnote Italiens außerplanmäßig und durchaus überraschend von BBB auf BBB- heruntergestuft. Ein Grund hierfür sei die starke wirtschaftliche Belastung durch die Corona-Krise, die signifikante Auswirkungen auf die Verschuldung des Landes habe.
Es sei die Woche der Notenbanken gewesen. Schon am Montag habe die Bank of Japan getagt und weitere Maßnahmen verabschiedet. Die Ankaufprogramme für Unternehmensanleihen seien deutlich aufgestockt worden, bei Staatsanleihen sei die Obergrenze sogar gänzlich weggefallen. Wenig Neues habe es von der US-Notenbank gegeben. Die Währungshüter um Jerome Powell hätten zwar keine neuen Programme verabschiedet, jedoch abermals betont, dass sie notfalls bereit stünden einzugreifen. Ferner würden die US-Notenbanker hohe Belastungen auf die US-Wirtschaft zukommen sehen und hätten ein eher düsteres Bild der US-Konjunktur gezeichnet.
Den Abschluss habe das Treffen der Europäischen Zentralbank am 30. April 2020 gebildet. Die EZB habe auf ihrer Sitzung am 30. April 2020 auf eine Aufstockung ihrer Kaufprogramme verzichtet und stattdessen ihre langfristigen Refinanzierungsoperationen justiert. Banken würden nun auch langfristige Kredite zu sehr günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus habe Lagarde die große Bereitschaft und Flexibilität der EZB verdeutlicht, im Bedarfsfalle das Ankaufprogramm PEPP anzupassen. Italienische Anleihen hätten darauf mit Kursverlusten reagiert. Viele Marktteilnehmer hätten schon jetzt mit einer Erhöhung des Kaufprogramms gerechnet, gerade mit Blick auf die schlechtere Bonität. Andere Stimmen hätten das jedoch auch gutgeheißen, weil so der Reformdruck auf die Regierung in Rom hoch bleibe. (Ausgabe vom 30.04.2020) (04.05.2020/alc/a/a)
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