Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Ein in vielerlei Hinsicht historischer Monat am Rentenmarkt liegt hinter uns, so die Experten von Union Investment.
Die durch das Corona-Virus ausgelöste Rezession der Weltwirtschaft habe im März zu deutlichen Verwerfungen geführt. Zunächst hätten die als sicher geltenden Anleihen aus Deutschland und den USA vielen Anlegern als sicherer Hafen gedient. Die Renditen von zehnjährigen Papieren hätten Allzeittiefstände markiert. Innerhalb weniger Handelstage seien die Renditen dann aber kräftig in die Höhe geschossen.
Zu diesem Zeitpunkt sei es am Rentenmarkt zu großen Problemen gekommen, weil viele Banken keine Bestände auf ihr Handelsbuch hätten nehmen wollen. Dies habe letztlich die Notenbanken auf den Plan gerufen. Diese hätten umfassende Maßnahmenpakete geschnürt. Neben umfangreichen Ankaufprogrammen seien Zinssenkungen verabschiedet und wesentliche Erleichterung für Banken implementiert worden, darunter auch neue Langfristtender zur Liquiditätsbeschaffung. Flankiert worden seien diese Maßnahmen von fiskalischer Seite. Die Größenordnung der Konjunkturprogramme habe dabei historische Dimensionen erreicht. In den USA habe sich die Gesamtsumme auf 2.000 Milliarden US-Dollar belaufen.
Zum Monatsende hin habe sich der Rentenmarkt daraufhin etwas stabilisieren können. Die systemischen Risiken hätten weitgehend minimiert werden können. Übrig seien jedoch die konjunkturellen Risiken geblieben, die weiterhin sehr hoch seien. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index hätten europäische Staatsanleihen im Februar 2,5 Prozent an Wert verloren. US-Staatsanleihen hätten sich auf Indexeben (JP Morgan Global Bond US-Index) hingegen um 3,3 Prozent verteuert. Unternehmensanleihen hätten rund sieben Prozent nachgegeben. Anleihen aus den Schwellenländern hätten sogar fast 14 Prozent verloren. (Ausgabe vom 07.04.2020) (09.04.2020/alc/a/a)
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