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02.04.20 09:00
Aktienanleihe Classic 17,1% 2020/12 auf Philips: Medizintechnik bleibt auch in der Krise gefragt - Anleiheanalyse

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Marcus Landau, Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK, stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von Philips (ISIN NL0000009538 / WKN 940602) eine Aktienanleihe Classic 17,1% 2020/12 (ISIN DE000DFE8595 / WKN DFE859) mit dem Basiswert Philips vor.

Die jüngsten Kursverwerfungen an den Aktienmärkten hätten auch vor Philips nicht haltgemacht. Daraus könnten sich Chancen für aktive Händler ergeben. Denn die mittel- bis langfristigen Perspektiven für die Branche im Allgemeinen und den Medizintechnikhersteller im Speziellen seien weiterhin positiv.

Der niederländische Konzern habe sich in den vergangenen Jahren kräftig gewandelt. Im Zuge seiner Neuaufstellung habe er sich von einer Reihe von Geschäftsaktivitäten (u.a. Halbleiter, Lichttechnik) getrennt. Aktuell umfasse das Tätigkeitsspektrum in erster Linie die Bereiche Medizintechnik, Körperpflege (z.B. elektrische Rasierer und Zahnbürsten, Babyflaschen) sowie Haushaltsgeräte (z.B. Mixer, Entsafter, Kaffeemaschinen). Das Geschäft mit Haushaltsgeräten stehe nun ebenfalls zur Disposition. Philips habe in diesem Segment in den vergangenen Jahren zwar einen positiven Trend verzeichnet, dennoch solle die Sparte in den nächsten zwölf bis 18 Monaten in eine eigene rechtliche Struktur überführt werden. Damit würden die Weichen für einen Verkauf oder anderweitige Änderungen der Eigentümerstruktur gestellt.

Die Abtrennung der Haushaltsgerätesparte klingt unseres Erachtens plausibel, weil sie nicht mehr in den strategischen Fokus passt, so Marcus Landau, Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK. Philips suche seine Wachstumschancen immer mehr in der aussichtsreichen Medizintechnik. Auf diesem Bereich habe daher in den vergangenen Jahren der Schwerpunkt der Neuausrichtung gelegen und das Portfolio sei dementsprechend ausgebaut worden. Das Unternehmen setze damit auf Megatrends im Gesundheitssektor wie älter werdende Gesellschaften, die Zunahme von chronischen Erkrankungen sowie das wachsende Bedürfnis der Verbraucher, gesund zu leben. Computertomographie-Geräte (CT), Beatmungsmaschinen, Röntgen- und Ultraschallsysteme seien Beispiele aus dem Portfolio.

Philips stelle aber nicht nur Technik zur Versorgung, Überwachung und Behandlung von Patienten zur Verfügung. Ein Schwerpunkt liege zudem bei der Unterstützung von Gesundheitseinrichtungen (z.B. Krankenhäusern) bei der Digitalisierung und Prozessoptimierung. Damit setze der Konzern auf den zunehmenden Kostendruck im Gesundheitswesen und helfe mit seinen umfassenden IT-gestützten Lösungen, sowohl Effizienzpotenziale als auch Qualitätssteigerungen zu heben. Dazu würden u.a. die Analyse und Bereitstellung eines bedarfsgerechten, maßgeschneiderten und standardisierten Geräteparks, Lösungen für die Telemedizin, aber auch die KI-basierte Forschungsplattform (IntelliSpace Discovery) gehören. Ein Beispiel für diese Aktivitäten sei die zuletzt eingegangene strategische Partnerschaft mit den Paracelsus-Kliniken.

Die Konzentration auf den weitgehend konjunkturunabhängigen und wachstumsträchtigen Gesundheitssektor ist unseres Erachtens vielversprechend, so Marcus Landau, Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK. Damit dürfte sich Philips auch in der Corona-Krise bzw. den daraus folgenden gesamtwirtschaftlichen Schwächephasen gut entwickeln. So dürfte die Nachfrage nach Konsumentenprodukten zwar zurückgehen, was ein Risiko darstelle. Dieser Effekt könnte aber durch das massive Ankurbeln der Herstellung von "Produkten für die Pandemie" (Beatmungsgeräte, Patientenüberwachung, Diagnostik) ausgeglichen werden. Zu den Risiken des Geschäfts würden Handelsbeschränkungen, Zölle, regulatorische Eingriffe sowie ungünstige Wechselkurse gehören.

Als alternative Anlagemöglichkeit zu einer Direktanlage stünden Anlegern verschiedene Aktienanleihen mit der Aktie der Philips NV als Basiswert zur Verfügung. Ein Beispiel sei eine Aktienanleihe mit Fälligkeit am 28.12.2020 (Rückzahlungstermin), einem Basispreis von 35,00 Euro und einer Zinszahlung von 17,10% p.a. Die Zinszahlung am Zinszahlungstermin, ebenfalls der 28.12.2020, sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Philips NV. Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) anteilig entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 0,93 Euro belaufen. Anleger würden während der Laufzeit der Aktienanleihe keine sonstigen Erträge (z.B. Dividenden) erhalten und hätten keine weiteren Ansprüche (z.B. Stimmrechte) aus dem Basiswert.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Philips NV. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Liege der Schlusskurs der Aktie der Philips NV an der Börse Euronext Amsterdam am 18.12.2020 (Referenzpreis) auf oder über dem Basispreis von 35,00 Euro, werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt.

2. Liege der Referenzpreis unter dem Basispreis, erhalte der Anleger eine durch das Bezugsverhältnis (28,571) bestimmte Anzahl von Aktien der Philips NV. Es würden keine Bruchteile von Aktien geliefert. Für diese erhalte der Anleger eine Zahlung eines Ausgleichsbetrags pro Aktienanleihe. Ein Zusammenfassen mehrerer Ausgleichsbeträge zu Ansprüchen auf Lieferung von Aktien sei ausgeschlossen. Der Gegenwert der Aktien zuzüglich des Ausgleichsbetrags werde unter dem Nennbetrag liegen. Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Wert der gelieferten Aktien der Philips NV am Rückzahlungstermin zuzüglich des Ausgleichsbetrags und der Zinszahlung unter dem Erwerbspreis der Aktienanleihe liege.

Ein gänzlicher Verlust des eingesetzten Kapitals sei möglich (Totalverlustrisiko). Ein Totalverlust trete ein, wenn der Schlusskurs der Aktie, die der Aktienanleihe zugrunde liege (Basiswert), an der maßgeblichen Börse am Bewertungstag (Referenzpreis) null sei. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Stand vom 01.04.2020) (02.04.2020/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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