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17.02.20 09:00
Bonitätsabhängige Schuldverschreibung: Daimler tritt auf die Kostenbremse - Anleiheanalyse

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von Daimler (ISIN DE0007100000 / WKN 710000) eine Bonitätsabhängige Schuldverschreibung (ISIN DE000DD5APZ5 / WKN DD5APZ) mit dem Basiswert Daimler vor.

Einen drastischen Gewinneinbruch habe vergangene Woche Daimler verkünden müssen. Ein radikales Sparprogramm solle helfen, das Lenkrad herumzureißen.

Zufrieden könne Ola Källenius mit seinem ersten Jahr als Daimler-Chef nicht sein. Obwohl der Absatz und der Umsatz annähernd gleich bzw. sogar leicht höher als in 2018 ausgefallen seien, hätten die restlichen Zahlen enttäuscht. Das Konzern-EBIT sei beispielsweise um über 60% auf 4,3 Mrd. Euro eingebrochen. Das auf die Aktionäre entfallende Konzernergebnis sei gegenüber dem Vorjahr um 4,8 Mrd. Euro auf 2,4 Mrd. Euro gefallen. Dementsprechend niedrig sei mit 2,22 Euro das Ergebnis pro Aktie - im Vergleich dazu seien es 2018 noch 6,78 Euro gewesen. Aber nicht nur beim Ergebnis müssten die Anteilsinhaber Einbußen verkraften, auch die Dividende solle von 3,25 Euro auf 0,90 Euro pro Aktie gesenkt werden.

Zahlreiche Sonderbelastungen hätten das Ergebnis negativ beeinflusst. So habe Daimler bis dato mehr als 4 Mrd. Euro für Rückrufe und Verfahren im Zusammenhang mit dem Dieselskandal aufbringen müssen. Des Weiteren würden Milliarden in die Entwicklung neuer Produkte und Technologien fließen. Dies sei unter anderem notwendig, um in Zukunft CO2-sparsamere Modelle anbieten zu können und die EU-Flottenvorgaben von 100 Gramm CO2 pro Kilometer zu erfüllen. Aber auch andere Zukunftstechnologien wie Digitalisierung, Vernetzung und autonomes Fahren würden hohe Beträge verschlingen.

Für das nächste Jahr prognostiziere Daimler einen leicht rückgängigen Konzern-Absatz und einen nahezu gleichbleibenden Umsatz. Dafür solle das Konzern-EBIT aufgrund des Wegfalls der oben genannten Einzelbelastungen deutlich über dem Ergebnis von 2019 liegen. Mittel- bis langfristig solle weiteres Wachstum durch Effizienzmaßnahmen in allen Geschäftsfeldern, wie beispielsweise Personal- und Materialkosteneinsparungen, sowie durch Portfolio- und Modellanpassungen generiert werden. Bereits zu spüren bekommen hätten diese Maßnahmen die rund 130.000 Tarifbeschäftigten. Nach knapp 5.000 Euro Prämie im letzten Jahr würden für 2019 nur ca. 1.100 Euro ausgezahlt.

Die Analysten würden den Vorsatz begrüßen, in Zukunft den Fokus auf Kosteneffizienz zu legen, allerdings fehle den Analysten eine klare Strategie. Zudem würden sie sich fragen, ob Källenius der richtige Mann an der Spitze sei. Schließlich habe der schwedische Manager als langjähriger Mitarbeiter in Führungspositionen die Entscheidungen seines Vorgängers Dieter Zetsche mitgetragen. Daimler dürfe außerdem nicht vergessen, dass die guten Absatz- und Umsatzzahlen überwiegend auf Modellen mit Verbrennungsmotoren basieren würden. Im Bereich E-Mobilität lägen die Stuttgarter nach Meinung der Analysten hinter den Konkurrenten aus München, Wolfsburg und Palo Alto.

Derzeit werde die Bonität von Daimler von den drei großen Ratingagenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch mit den Langfrist-Ratings A-, A-3 und A- eingestuft. Der Ausblick sei zweimal negativ und einmal stabil. Positiv werde die führende Marktposition unter den Premium-Autoherstellern sowie bei LKWs gesehen. Skeptisch seien die Agenturen dagegen, was die Ergebnisse auf absehbare Zeit angehe. Die hohen Kosten für das Restrukturierungsprogramm dürften das Unternehmen belasten. Zudem sei fraglich, ob unter den aktuellen Umständen beim EBITDA eine attraktive Marge erzielt werden könne.

Aktuell habe die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf die Daimler AG im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier betrage 0,75% p.a. und die Laufzeit betrage 7,3 Jahre. Die Zeichnungsphase laufe vom 14.02.2020 bis 28.02.2020.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Bonitätsentwicklung der Daimler AG. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner Daimler AG ein, erhalte der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 0,75% ausbezahlt. Zudem werde die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.

2. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner Daimler AG ein, würden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolge zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag könne deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfalle in diesem Fall vollständig (Totalverlustrisiko). Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liege.

Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Ausgabe vom 14.02.2020) (17.02.2020/alc/a/a)
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