Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank hat heute wie erwartet nichts am Zinsniveau verändert, so Otmar Lang, Chefvolkswirt der TARGOBANK.
EZB-Chefin Christine Lagarde komme aus dem geldpolitischen Rahmen ihres Vorgängers Mario Draghi nicht so schnell heraus. Der geldpolitische Anker sitze so tief, dass ihr nichts anderes übrig bleibe als die lockere monetäre Gangart fortzusetzen.
Die EZB werde daher ihren Lockerungs-Bias beibehalten: Sie stehe also Gewehr bei Fuß und werde handeln, sobald es die Situation erfordere. Lang rechne allerdings vorerst nicht mit weiteren zinspolitischen Maßnahmen. Die Währungshüter aus Frankfurt würden sich wohl eher die Bundesregierung vorknöpfen und mehr öffentliche Ausgaben fordern. In den laufenden Diskussionen im Rahmen ihrer Strategieüberprüfung könnte die EZB außerdem ein symmetrisches Inflationsziel in den Vordergrund rücken - ähnlich wie in den USA. Die Teuerung dürfte dann nach einer Phase der Zielverfehlung auch mal eine längere Zeit über dem Ziel liegen.
Zuletzt aufgekommene Markterwartungen über eine mögliche frühere Zinswende dürften wieder völlig ausgepreist werden. (23.01.2020/alc/a/a)
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