Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Seit dem Amtsantritt von Christine Lagarde wird über eine Überarbeitung der geldpolitischen Strategie der EZB berichtet, so die Analysten der Helaba.
Noch sei nichts entschieden, auch im Hinblick auf eine Veränderung des Inflationsziels. Die Meinungen darüber würden im EZB-Rat aber weit auseinandergehen und bei dieser zentralen Frage sei ein besonnenes Vorgehen zu empfehlen. Die anhaltende Zielverfehlung der EZB sorge für Diskussionen und könnte mittelfristig der Reputation der Zentralbank schaden.
Die Schnellschätzung der EWU-Teuerungsraten stehe am Freitag zur Veröffentlichung an. Für die EZB sei ein nachhaltiger Anstieg der Inflationsrate in Richtung der 2%-Marke wichtig, die ohne eine entsprechende Begleitung durch die Kern-Verbraucherpreise nicht möglich sei. Energiepreisgetriebene, kurzfristige Schwankungen würden die Notenbanker nicht von ihrem Kurs und dem vorhandenen Lockerungsbias abbringen. Seit Jahren pendele die EWU-Kernteuerung um ein Prozent.
Derweil habe sich - unterstützt durch die Bilanzexpansion des Eurosystems - das Wachstum der Vermögensbestände der Banken (MFIs) auf rund fünf Prozent erhöht. Diese sichtbare Verbesserung des monetären Umfeldes biete Raum für ein mittelfristig erhöhtes Kerninflationsniveau. Eine baldige Zielerreichung oder gar Überschreitung würden die Analysten gleichwohl nicht erwarten. Die anstehenden Geldmengen- und Kreditvergabewachstumsraten würden dies wohl mit moderaten Werten untermauern. (28.11.2019/alc/a/a)
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