Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im September war die Renditeentwicklung an den wichtigen Kern-Staatsanleihemärkten in Deutschland und den USA leicht nach oben gerichtet, so die Experten von Union Investment.
Trotz umfangreicher geldpolitischer Maßnahmen durch die Europäische Zentralbank (EZB) und auch der Zinssenkung durch die US-Federal Reserve habe es dort per saldo leichte Kursverluste gegeben. Die Marktteilnehmer hätten wohl deutlichere Zinssenkungen erwartet. Ein Teil des Maßnahmenpakets der EZB werde die Wiederaufnahme des Wertpapierankaufprogramms ab November sein.
Der allgemein nach oben gerichteten Renditeentwicklung hätten sich der Unternehmensanleihemarkt nicht entziehen können. Auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporates, ER00-Index) habe der Gesamtmarkt für europäische Investment Grade-Unternehmenspapiere 0,8 Prozent nachgegeben. Die Entwicklung der Risikoprämien (Spreads) sei leicht nach oben gerichtet gewesen (plus vier auf 79 Basispunkte).
Etwas besser hätten die mit mehr Risiko behafteten Segmente gelegen. So hätten etwa Nachrangpapiere aus dem Industriesektor auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch ENSU-Index) unverändert tendiert. Die Risikoprämien hätten sich dort sogar um fünf auf 204 Basispunkte eingeengt. Hochverzinsliche Titel (ICE BofA Merrill Lynch HEAG-Index) hätten um 0,3 Prozent nachgegeben und damit weniger als der Gesamtmarkt. Die Spreads insgesamt hätten sich moderat um sechs auf 284 Basispunkte ausgeweitet. Im Blickpunkt dort hätten der Ausfall von Thomas Cook und die mögliche weitere Insolvenz des spanischen Papierherstellers Lecta gestanden.
Am Neuemissionsmarkt habe das hohe Platzierungsvolumen zunächst angehalten, im Monatsverlauf dann aber deutlich nachgelassen. Zum Monatsende hin seien die Neuemissionen bei der Preisgestaltung für die Anleger zusehends attraktiver geworden. (Ausgabe vom 15.10.2019) (16.10.2019/alc/a/a)
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