Frankfurt (www.anleihencheck.de) - US-Schatzanweisungen blicken auf einen Monat mit einer beeindruckenden Kursentwicklung zurück, so die Experten von Union Investment.
Auf Indexebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) hätten die US-Papiere im Monatsvergleich um 3,6 Prozent zugelegt. Ein sonst eher aktienüblicher Wert. Für die große Nachfrage habe es gleich mehrere Ursachen gegeben. Einen großen Einfluss habe die neuerliche Eskalation im Handelsstreit mit China gehabt.
Auch wenn einige Laufzeitbereiche der US-Zinsstrukturkurve schon seit einer Weile invers seien, habe nun erstmals auch die Rendite zehnjährige Schuldverschreibung unter der von zweijährigen Staatsanleihen gelegen. In der Vergangenheit sei dies ein wichtiger Indikator für eine drohende Rezession gewesen.
Die Erfahrungen würden aber zeigen, dass der Einbruch erst nach durchschnittlich 13 Monaten erfolgt sei. Noch bleibe also Zeit gegenzusteuern. Viele Marktteilnehmer würden nun auf ein Eingreifen der US-Notenbank FED hoffen. Auch Donald Trump lasse derzeit kaum eine Gelegenheit aus, um Zinssenkungen zu fordern. Die Attacken des US-Präsidenten seien den Notenbankern jedoch ein Dorn im Auge, würden sie doch zunehmend um ihre Unabhängigkeit fürchten. Momentan würden sich die Währungshüter daher noch zieren und betonen, wie solide die US-Wirtschaft sei. Während die Marktteilnehmer bis Sommer nächsten Jahres mehrere Zinsschritte einpreisen würden, sehe die FED einen geringeren Handlungsbedarf. Derzeit sei noch offen, ob es der Notenbank gelinge, die hohen Erwartungen an sie etwas zu dämpfen. Für September jedenfalls gelte eine Zinssenkung um 25 Basispunkte als ausgemacht. Nach vorn gerichtet sei also vorerst nicht mit steigenden Renditen zu rechnen. (Ausgabe vom 06.09.2019) (10.09.2019/alc/a/a)
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