Bonn (www.anleihencheck.de) - Die EWU-Inflationsrate verharrte vorläufigen Angaben zufolge im Juni bei 1,2%, so die Analysten von Postbank Research.
Dabei habe der von den Energiepreisen ausgehende Aufwärtsimpuls auf das Preisniveau deutlich nachgelassen. Der Faktor Energie habe sich im Vorjahresvergleich nur noch um 1,6% nach noch 3,8% im Mai verteuert. Dagegen sei die Teuerungsrate bei Dienstleistungen von 1,0% auf 1,6% gesprungen. Dies habe auch bei der Kerninflation zu einem Anstieg von 0,8% auf 1,1% geführt. Angesichts des Umstandes, dass die Dienstleistungspreise und damit auch die Kerninflation in den letzten Monaten überwiegend in Folge von Kalendereffekten sehr stark geschwankt hätten, könnten sich die Analysten von Postbank Research vorstellen, dass es in beiden Fällen im Juli schon wieder zu einer Gegenbewegung komme. Die höhere Kerninflation signalisiere damit nicht den Startschuss zur Etablierung eines Aufwärtstrends.
Die Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe Deutschlands und der EWU hätten sich vorläufigen Angaben zufolge im Juni moderat bzw. marginal verbessert, würden sich aber nach wie vor im kontraktiven Bereich bewegen. Diese Tendenz sollte heute mit den endgültigen Zahlen bestätigt werden.
In den USA werde heute der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe bekannt gegeben. Dessen Abwärtstrend, der sich seit Mitte 2018 etabliert habe, dürfte sich auch im Juni fortgesetzt haben. Dafür würden insbesondere die negativen Signale seitens regionaler Stimmungsindikatoren sprechen. Die Analysten von Postbank Research würden deshalb für Juni mit einem Rückgang von 52,1 auf 51,5 Punkte rechnen. Zwar befände sich der Index damit weiterhin im expansiven Bereich. Eine nennenswerte Wachstumsdynamik der Industrie würde mit diesem Ergebnis aber nicht mehr signalisiert werden.
Im weiteren Wochenverlauf dürfte vor allem der US-Arbeitsmarktbericht für Juni auf Interesse stoßen, der am Freitag zur Veröffentlichung anstehe. (01.07.2019/alc/a/a)
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