Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Reserve Bank of Australia senkte am 4. Juni wie erwartet den Leitzins um 25 Basispunkte auf ein neues Rekordtief von 1,25%, so die Analysten der Nord LB.
Dennoch würden Zinssenkungsfantasien weiterhin im Markt bestehen bleiben. Das Statement und die Äußerungen von Governor Lowe seien im Anschluss an die Entscheidung dovish ausgefallen. Viel dürfte nun von der Entwicklung des australischen Arbeitsmarktes abhängen. Im Mai seien die Beschäftigungsdaten zwar halbwegs solide gewesen, doch seit Dezember sei die Arbeitslosenquote gestiegen - um 0,2 Prozentpunkte auf 5,2%.
Über allem stehe als Damoklesschwert das Dauerthema Handelsstreit zwischen den USA und China. Mittlerweile sei eher banges Hoffen angesagt. Mit einem einzigen Tweet könnte US-Präsident Trump den Handelskonflikt beilegen - oder auch die US-Importzölle auf alle chinesischen Waren ausweiten. Die bereits weniger stark wachsende chinesische Volkswirtschaft könnte bei einer Eskalation in Schwierigkeiten geraten und der Gegenwind auch für Australien mit seinem Rohstoffangebot nähme deutlich zu. Mitentscheidend möge nun ein mögliches Treffen zwischen Xi und Trump in Japan werden.
In diesem unsicheren konjunkturellen Umfeld werde die RBA die Lage genau analysieren. Vermutlich werde die RBA nochmals agieren. Der Handelsstreit bleibe das Thema der Stunde. Bei einer Einigung könnte sich der zuletzt schwächere Australische Dollar moderat erholen. Andererseits hätten auch die zuletzt gestiegenen Zinssenkungsfantasien in den USA einen Einfluss: Sollten die US-Importzölle auf alle chinesischen Waren ausgeweitet werden, dürfte eine dann wahrscheinliche FED-Zinssenkung das Abwertungspotenzial des Australischen Dollars gegen die US-Währung begrenzen helfen. Die Marke von 0,70 USD je AUD bleibe im Fokus. (Ausgabe vom 21.06.2019) (25.06.2019/alc/a/a)
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