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Wirtschaftsweiser: EZB kann Rezession nicht verhindern
23.03.20 12:00
FONDS professionell
Wien (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank (EZB) kann einen nachhaltigen Wirtschaftsabschwung in der Eurozone nicht abwenden, sagt Volker Wieland, Professor für Monetäre Ökonomie am Institute for Monetary and Financial Stability der Goethe-Universität Frankfurt und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministeriums, so die Experten von "FONDS professionell".
Trotzdem halte er ihr Handeln in der Corona-Krise für richtig und wichtig. Ohne die jüngsten EZB-Beschlüsse könnte die Lage weiter eskalieren und in eine neue Staatsschuldenkrise münden, warne Wieland im Gespräch mit dem "Handelsblatt". "Die beschlossenen Maßnahmen sind substanziell und werden die gewünschte Wirkung erzielen", betone er.
Eigentlich dürfe die Notenbank nicht mehr als ein Drittel der ausstehenden Anleihen eines Landes kaufen. In der aktuellen Krise könnte sie diese Regel aufweichen. Das wäre situativ der richtige Ansatz, sage der Wirtschaftsweise - füge aber hinzu: "Ich hätte nicht gedacht, dass eine solche Situation so schnell kommt."
Wieland halte es für sinnvoll, dass besonders hart von der Krise getroffene Länder einen Hilfsantrag beim Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) stellen würden. Erstens sei dieser genau für solche Fälle geschaffen worden. Zweitens könne die EZB dann über sogenannte Outright Monetary Transactions (OMT) gezielt Staatsanleihen einzelner Länder aufkaufen. Das wäre ein kleiner, aber wichtiger Unterschied zum aktuellen Anleihekaufprogramm.
Der Notenbank seien für Anleihekäufe im Rahmen ihres OMT-Programms keinerlei Grenzen gesetzt. "Bei den aktuellen Käufen ist ihr Spielraum nicht so klar, und auch die rechtliche Bewertung ist ungewiss", gebe Wieland im "Handelsblatt"-Interview zu bedenken. Das OMT-Programm sei hingegen vom Bundesverfassungsgericht abgesegnet worden. "Aus meiner Sicht wäre das die sauberste Lösung", erkläre der Wirtschaftsexperte. (23.03.2020/alc/n/a)
Trotzdem halte er ihr Handeln in der Corona-Krise für richtig und wichtig. Ohne die jüngsten EZB-Beschlüsse könnte die Lage weiter eskalieren und in eine neue Staatsschuldenkrise münden, warne Wieland im Gespräch mit dem "Handelsblatt". "Die beschlossenen Maßnahmen sind substanziell und werden die gewünschte Wirkung erzielen", betone er.
Wieland halte es für sinnvoll, dass besonders hart von der Krise getroffene Länder einen Hilfsantrag beim Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) stellen würden. Erstens sei dieser genau für solche Fälle geschaffen worden. Zweitens könne die EZB dann über sogenannte Outright Monetary Transactions (OMT) gezielt Staatsanleihen einzelner Länder aufkaufen. Das wäre ein kleiner, aber wichtiger Unterschied zum aktuellen Anleihekaufprogramm.
Der Notenbank seien für Anleihekäufe im Rahmen ihres OMT-Programms keinerlei Grenzen gesetzt. "Bei den aktuellen Käufen ist ihr Spielraum nicht so klar, und auch die rechtliche Bewertung ist ungewiss", gebe Wieland im "Handelsblatt"-Interview zu bedenken. Das OMT-Programm sei hingegen vom Bundesverfassungsgericht abgesegnet worden. "Aus meiner Sicht wäre das die sauberste Lösung", erkläre der Wirtschaftsexperte. (23.03.2020/alc/n/a)


