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Uniqa begibt ersten Versicherungs-Green-Bond - Anleihenews


06.07.20 12:00
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Der börsennotierte Versicherungskonzern Uniqa nimmt 800 Millionen Euro Fremdkapital auf, so die Experten von "FONDS professionell".

600 Millionen würden dazu dienen, den Kauf der AXA-Gesellschaften in Osteuropa zu finanzieren. 200 Millionen würden als "Green Bond" verkauft. Es sei die erste Anleihe dieser Art eines österreichischen Versicherers.

Die im Februar bekannt gegebene Übernahme der AXA-Gesellschaften in Polen, der Slowakei und in Tschechien mit einem Kaufpreis von rund einer Milliarde Euro sei die größte Investition in der Unternehmensgeschichte des österreichischen Versicherungskonzerns Uniqa. Um den Kauf zu stemmen, nehme das Unternehmen 600 Millionen Euro bei Anleiheinvestoren auf.

Dabei zeige sich, dass trotz des jüngsten Corona-bedingten Dämpfers das Vertrauen der Investoren in das Unternehmen hoch sei: Die Senior-Anleihe sei laut einer Aussendung 5,3fach überzeichnet gewesen. Der Bond mit zehn Jahren Laufzeit und einem S&P-Rating von "A-" werfe einen Kupon von 1,375 Prozent pro Jahr ab. Der Emissionskurs sei mit 99,436 Prozent des Nennbetrags festgelegt worden.

Die Uniqa habe in diesem Jahr aufgrund der Corona-Krise ein negatives Ergebnis für das erste Quartal verkündet und auch für das Gesamtjahr ein "möglicherweise negatives Ergebnis vor Steuern" prognostiziert. Zwar seien die Prämien gestiegen, aber bei den Kapitalanlagen habe es einen Einbruch gegeben und die Kosten hätten zugelegt. Die Akquisition in Osteuropa bringe dem Versicherer nun rund 5 Millionen Kunden, 2.100 Mitarbeiter und 800 Millionen Euro Prämie jährlich. Das Unternehmen werde dadurch von der Nummer Sieben zur Nummer Fünf in Zentral- und Osteuropa.

Abseits der Senior-Anleihe emittiere die Uniqa auch eine "grüne" Nachranganleihe im Ausmaß von 200 Millionen Euro. Hier habe es eine 9,2fache Überzeichnung gegeben - und damit noch deutlich mehr Nachfrage als beim Senior-Bond. Die Uniqa "platziert als erste österreichische Versicherung eine Anleihe, bei der wir uns verpflichten, im gleichen Ausmaß der Emissionserlöse in Projekte zum Schutz unserer Umwelt und unseres Klimas zu investieren", so Kurt Svoboda, Chief Financial and Risk Officer der Uniqa Insurance Group. Das Finanzinstrument sei eine Ergänzung im Portfolio vieler Investoren.

Die Nachranganleihe mit einem Kupon von 3,25 Prozent per annum sei nach Ablauf von 15,25 Jahren und vorbehaltlich bestimmter Bedingungen zur Rückzahlung vorgesehen. Sie könne aber von der Assekuranz erstmals nach 5,25 Jahren unter bestimmten Voraussetzungen ordentlich gekündigt werden. Das Rating liege bei "BBB". Der Emissionskurs sei mit 99,507 Prozent des Nennbetrags festgelegt worden. Beide Anleihen sollten im geregelten Freiverkehr der Wiener Börse gelistet werden. Als Emissionsdatum sei der 9. Juli 2020 vorgesehen.

Mit der Anleihe über 200 Millionen Euro verpflichte sich das Unternehmen, denselben Betrag innerhalb der nächsten zwei Jahre in nachhaltige Investments zu stecken. Infrage kämen dabei ausschließlich Projekte in Europa oder den OECD-Ländern aus den Bereichen Windenergie, Solarenergie, Müllverwertung, umweltschonende Transportlösungen und Wasserverwertung, wie es heiße. Ein von unabhängigen Dritten geprüfter Jahresbericht zur Investitionstätigkeit solle den positiven Effekt auf die Umwelt darlegen. (News vom 03.07.2020) (06.07.2020/alc/n/a)