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Schwellenländer: Neues Unheil bei Quasi-Staatsanleihen


19.01.16 12:05
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Ein Großteil professioneller Investoren in Deutschland hält die Zunahme der Verschuldung im Rahmen von so genanten Quasi-Staatsanleihen der Emerging Markets für problematisch. Das zeigt eine Umfrage der Standesorganisation der Investment Professionals in den deutschen Finanz- und Kapitalmärkten (DVFA), so die Experten von "FONDS professionell".

Demnach würden insgesamt 74 Prozent der Befragten die Verschuldungszunahme durch Quasi-Staatsanleihen für problematisch oder sehr problematisch (jeweils 53,8 Prozent beziehungsweise 20,2 Prozent) halten. Rund ein Viertel der Befragten (25,9 Prozent) halte diese Entwicklung für weniger oder nicht problematisch.

In den vergangenen Monaten sei in vielen Schwellenländern ein starker Anstieg bei der Emission von Anleihen in US-Dollar und anderen Hartwährungen seitens Unternehmen zu beobachten gewesen, bei denen der Staat mehr als 50 Prozent der Anteile halte beziehungsweise mehr als 50 Prozent der Stimmrechte besitze. Die Titel würden de facto implizite staatliche Garantien beinhalten. Über 800 Milliarden US-Dollar sollten inzwischen in dem Segment staatsnaher Anleihen eingesammelt worden sein.

In den zurückliegenden Schwellenländer-Krisen seien die Regierungen bei drohenden Zahlungsausfällen von Quasi-Staatsanleihen zumeist eingesprungen. Vor dem Hintergrund der angestiegenen Emission und der Rahmenbedingungen an den Finanzmärkten würden 94,2 Prozent der befragten professionellen Investoren in Zukunft jedoch mit mehr Problemen und Ausfällen bei staatsnahen Anleihen rechnen. 69,2 Prozent würden Probleme in moderatem Umfang, 25 Prozent in deutlichem Umfang erwarten. Nur 5,8 Prozent der Befragten würden nicht von einer solchen Entwicklung ausgehen. (Ausgabe vom 18.01.2016) (19.01.2016/alc/n/a)