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Rentenmarkt 2012 Unternehmen als die besseren Staaten
31.01.12 10:52
Deutsche Bank
Frankfurt (anleihencheck.de) - Die Schuldenkrise in Europa und den USA hat das Vertrauen der Anleger in Staatsanleihen erschüttert, berichten die Analysten der Deutschen Bank.
Europa müsse sparen. Die Konsolidierung der Staatshaushalte werde die Wachstumsaussichten dämpfen und zu einer strukturellen Anpassungskrise führen - so die Erwartung von Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Geschäftskunden der Deutschen Bank. Auch aus der Geldpolitik könnten keine massiven Impulse mehr kommen, da die Notenbanken ihre Zinssätze bereits deutlich gesenkt hätten. Stephan erwarte deshalb 2012 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung des Euroraums auf minus 0,5 Prozent.
Bedeute die Wachstumsschwäche auch eine Gefahr für den Euro? Stephan sei zuversichtlich: "Die Schuldenkrise ist zwar noch nicht gelöst, aber aus der Politik kommen positive Signale und die Europäische Zentralbank spielt bei der Krisenbewältigung eine konstruktive Rolle. Ich gehe davon aus, dass wir 2012 notwendige Reformen in den Euroländern sehen werden. Besonders Italien ist dabei von zentraler Bedeutung. Wir werden uns schrittweise an eine Fiskalunion annähern, was die Märkte beruhigen dürfte."
In der Schuldenkrise seien die Renditedifferenzen am Markt für europäische Staatsanleihen extrem angestiegen. Dies bedeute, dass Anleger für die Finanzierung von Peripheriestaaten wie Griechenland oder Portugal einen deutlich höheren Zinssatz erwarten würden als beim Kauf von Bundesanleihen. Auch Spanien und Italien müssten höhere Zinsen zahlen. Gestiegene Zinsen würden für die betroffenen Staaten ein Problem darstellen, weil ihre Haushalte mit hohen Zinszahlungen belastet würden.
"Je mehr wir uns einer Lösung der Schuldenkrise nähern, umso mehr sollte sich der Markt für europäische Staatsanleihen aber normalisieren", sage Stephan. "Die Kurse von Anleihen bonitätsstarker Schuldner wie der Bundesrepublik dürften dann zunehmend unter Druck geraten. Ihre niedrige Verzinsung macht diese Papiere derzeit eher unattraktiv - nach Inflation und Steuern drohen Anlegern reale Verluste."
Eine interessante Alternative würden aus Sicht der Deutschen Bank Anleihen darstellen, die von Unternehmen ausgegeben würden. "Viele Unternehmensanleihen bieten aktuell eine gute Rendite, kombiniert mit Kurspotenzial", erkläre Stephan. Bonitätsstarke Unternehmen im Investment Grade Bereich würden in der Regel gesunde Bilanzen und Finanzierungsstrukturen aufweisen. Hochzins-Anleihen von Unternehmen schwächerer Bonität würden eine attraktive Verzinsung, dafür aber ein höheres Ausfallrisiko bieten. "Bleibt eine tiefe Rezession aus - wovon wir ausgehen - sind diese Papiere ebenfalls eine Überlegung wert", so Stephan.
Bei Staatsanleihen sehe der Anlagestratege Potenzial in den Schwellenländern. "Die Staatsverschuldung der Schwellenländer liegt mit rund 35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts deutlich niedriger als die der Industrienationen - und sie sollte weiter sinken. Solide Haushalte und eine relativ hohe Verzinsung sprechen für Anleihen von Schuldnern aus den aufstrebenden Nationen, besonders aus Asien."
Im Jahr 2012 dürften sich Unternehmen aus Sicht von Anlegern oft als die besseren Staaten erweisen. "Je nach den persönlichen Zielen und Erwartungen", so Stephan, "sollte ein ausgewogenes Vermögensportfolio für Privatanleger jetzt zu rund zwei Fünfteln in Anleihen investiert sein. Papiere von Unternehmen und Schwellenländern dürfen innerhalb der Anlageklasse relativ hoch gewichtet werden." (31.01.2012/alc/m/a)
Europa müsse sparen. Die Konsolidierung der Staatshaushalte werde die Wachstumsaussichten dämpfen und zu einer strukturellen Anpassungskrise führen - so die Erwartung von Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Geschäftskunden der Deutschen Bank. Auch aus der Geldpolitik könnten keine massiven Impulse mehr kommen, da die Notenbanken ihre Zinssätze bereits deutlich gesenkt hätten. Stephan erwarte deshalb 2012 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung des Euroraums auf minus 0,5 Prozent.
Bedeute die Wachstumsschwäche auch eine Gefahr für den Euro? Stephan sei zuversichtlich: "Die Schuldenkrise ist zwar noch nicht gelöst, aber aus der Politik kommen positive Signale und die Europäische Zentralbank spielt bei der Krisenbewältigung eine konstruktive Rolle. Ich gehe davon aus, dass wir 2012 notwendige Reformen in den Euroländern sehen werden. Besonders Italien ist dabei von zentraler Bedeutung. Wir werden uns schrittweise an eine Fiskalunion annähern, was die Märkte beruhigen dürfte."
"Je mehr wir uns einer Lösung der Schuldenkrise nähern, umso mehr sollte sich der Markt für europäische Staatsanleihen aber normalisieren", sage Stephan. "Die Kurse von Anleihen bonitätsstarker Schuldner wie der Bundesrepublik dürften dann zunehmend unter Druck geraten. Ihre niedrige Verzinsung macht diese Papiere derzeit eher unattraktiv - nach Inflation und Steuern drohen Anlegern reale Verluste."
Eine interessante Alternative würden aus Sicht der Deutschen Bank Anleihen darstellen, die von Unternehmen ausgegeben würden. "Viele Unternehmensanleihen bieten aktuell eine gute Rendite, kombiniert mit Kurspotenzial", erkläre Stephan. Bonitätsstarke Unternehmen im Investment Grade Bereich würden in der Regel gesunde Bilanzen und Finanzierungsstrukturen aufweisen. Hochzins-Anleihen von Unternehmen schwächerer Bonität würden eine attraktive Verzinsung, dafür aber ein höheres Ausfallrisiko bieten. "Bleibt eine tiefe Rezession aus - wovon wir ausgehen - sind diese Papiere ebenfalls eine Überlegung wert", so Stephan.
Bei Staatsanleihen sehe der Anlagestratege Potenzial in den Schwellenländern. "Die Staatsverschuldung der Schwellenländer liegt mit rund 35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts deutlich niedriger als die der Industrienationen - und sie sollte weiter sinken. Solide Haushalte und eine relativ hohe Verzinsung sprechen für Anleihen von Schuldnern aus den aufstrebenden Nationen, besonders aus Asien."
Im Jahr 2012 dürften sich Unternehmen aus Sicht von Anlegern oft als die besseren Staaten erweisen. "Je nach den persönlichen Zielen und Erwartungen", so Stephan, "sollte ein ausgewogenes Vermögensportfolio für Privatanleger jetzt zu rund zwei Fünfteln in Anleihen investiert sein. Papiere von Unternehmen und Schwellenländern dürfen innerhalb der Anlageklasse relativ hoch gewichtet werden." (31.01.2012/alc/m/a)


