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Rentenmärkte Kurse deutscher Staatsanleihen erreichen historisches Hoch
05.03.12 16:43
Alte Leipziger Trust
Oberursel (www.anleihencheck.de) - Griechenland wird entschuldet und gleichzeitig einigten sich die Finanzminister des Euroraums auf ein zweites Hilfspaket über 130 Milliarden Euro, so die Experten der Alte Leipziger Trust.
Im Gegenzug habe Griechenland weitere Spar- und Reformmaßnahmen zusichern müssen. Eine wichtige Bedingung für das Hilfspaket sei zusätzlich ein Forderungsverzicht der privaten Gläubiger gewesen. Die erzielte Einigung sehe einen Forderungsverzicht von über 50% vor. Die griechische Staatsverschuldung habe aber bereits ein so hohes Niveau erreicht, dass trotz des Forderungsverzichts die griechische Verschuldung bis 2020 voraussichtlich nicht unter 120% falle. Das bedeute, dass das jetzige Rettungspaket sicherlich nicht das Letzte gewesen sei.
Im Zuge unkonventioneller Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie erfolgreicher Auktionen von EU-Peripherieanleihen würden europäische Anleihen ihre Renditerückgänge ausgehend vom kurzen Ende der Laufzeitenstruktur fortsetzen. Die Staatsanleihen der EU-Kernstaaten hätten von der stark expansiven Geldpolitik der EZB profitiert. Die Kurse hätten sich vor dem Hintergrund erneuter Bonitätsherabstufungen einiger EU-Staaten und der Unklarheit über eine umfassende und nachhaltige Lösung der Fiskalkrise auf hohem Niveau gehalten und zum Teil weiter zugelegt. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) habe vorübergehend ein neues historisches Hoch knapp oberhalb der 140 Punkte-Marke erreicht.
Die Einkaufsmanagerindices für die Eurozone hätten im Februar eher enttäuscht. Der Index für das Verarbeitende Gewerbe habe sich nur noch leicht verbessern können, bei dem Index für den Dienstleistungssektor sei es gar zu einem unerwarteten Rückgang gekommen. Beide Indices würden nun wieder unter der ExpansionsschweIle von 50 Punkten notieren. Dies deute nicht auf ein schnelles Ende der Rezession in der Eurozone hin.
Auch in Deutschland seien beide Einkaufsmanagerindices rückläufig. Der ZEW-Index habe hingegen stark zugelegt. Eine Mehrheit der befragten Analysten sei für die nächsten sechs Monate positiv gestimmt, und auch das ifo-Geschäftsklima habe den vierten Anstieg in Folge verzeichnet. Für Deutschland bestehe somit weiterhin die berechtigte Hoffnung, dass das Schrumpfen der Wirtschaftsleistung schon im ersten Quartal gestoppt werde. Die vorläufigen Inflationsdaten für Deutschland würden bereits den Einfluss des in den vergangenen Wochen gestiegenen Ölpreises zeigen. Im Februar habe sich die Preissteigerungsrate unerwartet auf 2,3% erhöht.
Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen sei im laufenden Jahr bereits dreimal an der Marke von 2% abgeprallt. US-Bonds gleicher Laufzeit hätten die 2%-Hürde ebenfalls nicht nachhaltig überwinden können und würden nun auch unter dieser psychologisch wichtigen Marke notieren. Eine weitere Seitwärtsbewegung der Renditen sei aktuell die wahrscheinlichste Variante. Für ein Überwinden des Widerstandes werde eine starke Bewegung nötig sein, die bei der weiterhin hohen Unsicherheit jedoch schwer vorstellbar sei.
Das nach wie vor expansive Liquiditätsumfeld in der Eurozone habe zusammen mit erfolgreichen Anleiheauktionen in der EU-Peripherie sowie positiven Konjunkturdaten aus der EU und den USA zu einem weiteren Rückgang der Risikoaversion geführt. Trotz nachlassender Inflation und steigenden Renditen von Staatsanleihen würden die Realrenditen in den USA und in den Eurokernstaaten negativ bleiben. Aufgrund der extremen Bewertung und der mittelfristig erwarteten Marktnormalisierung mit im Trend steigenden Renditen würden insbesondere Anleihen mit langen Laufzeiten tendenziell anfällig für Kursrückschläge erscheinen.
Ein nachhaltiger Renditeanstieg sei jedoch noch nicht absehbar. Solange die Aussichten für das weltweite Wirtschaftswachstum ungewiss seien und ein Zerfall der Eurozone nicht ausgeschlossen werden könne, sollten US-Treasuries und Bunds weiterhin als sichere Häfen gefragt bleiben. (Ausgabe März 2012) (05.03.2012/alc/m/a)
Im Gegenzug habe Griechenland weitere Spar- und Reformmaßnahmen zusichern müssen. Eine wichtige Bedingung für das Hilfspaket sei zusätzlich ein Forderungsverzicht der privaten Gläubiger gewesen. Die erzielte Einigung sehe einen Forderungsverzicht von über 50% vor. Die griechische Staatsverschuldung habe aber bereits ein so hohes Niveau erreicht, dass trotz des Forderungsverzichts die griechische Verschuldung bis 2020 voraussichtlich nicht unter 120% falle. Das bedeute, dass das jetzige Rettungspaket sicherlich nicht das Letzte gewesen sei.
Im Zuge unkonventioneller Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie erfolgreicher Auktionen von EU-Peripherieanleihen würden europäische Anleihen ihre Renditerückgänge ausgehend vom kurzen Ende der Laufzeitenstruktur fortsetzen. Die Staatsanleihen der EU-Kernstaaten hätten von der stark expansiven Geldpolitik der EZB profitiert. Die Kurse hätten sich vor dem Hintergrund erneuter Bonitätsherabstufungen einiger EU-Staaten und der Unklarheit über eine umfassende und nachhaltige Lösung der Fiskalkrise auf hohem Niveau gehalten und zum Teil weiter zugelegt. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) habe vorübergehend ein neues historisches Hoch knapp oberhalb der 140 Punkte-Marke erreicht.
Auch in Deutschland seien beide Einkaufsmanagerindices rückläufig. Der ZEW-Index habe hingegen stark zugelegt. Eine Mehrheit der befragten Analysten sei für die nächsten sechs Monate positiv gestimmt, und auch das ifo-Geschäftsklima habe den vierten Anstieg in Folge verzeichnet. Für Deutschland bestehe somit weiterhin die berechtigte Hoffnung, dass das Schrumpfen der Wirtschaftsleistung schon im ersten Quartal gestoppt werde. Die vorläufigen Inflationsdaten für Deutschland würden bereits den Einfluss des in den vergangenen Wochen gestiegenen Ölpreises zeigen. Im Februar habe sich die Preissteigerungsrate unerwartet auf 2,3% erhöht.
Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen sei im laufenden Jahr bereits dreimal an der Marke von 2% abgeprallt. US-Bonds gleicher Laufzeit hätten die 2%-Hürde ebenfalls nicht nachhaltig überwinden können und würden nun auch unter dieser psychologisch wichtigen Marke notieren. Eine weitere Seitwärtsbewegung der Renditen sei aktuell die wahrscheinlichste Variante. Für ein Überwinden des Widerstandes werde eine starke Bewegung nötig sein, die bei der weiterhin hohen Unsicherheit jedoch schwer vorstellbar sei.
Das nach wie vor expansive Liquiditätsumfeld in der Eurozone habe zusammen mit erfolgreichen Anleiheauktionen in der EU-Peripherie sowie positiven Konjunkturdaten aus der EU und den USA zu einem weiteren Rückgang der Risikoaversion geführt. Trotz nachlassender Inflation und steigenden Renditen von Staatsanleihen würden die Realrenditen in den USA und in den Eurokernstaaten negativ bleiben. Aufgrund der extremen Bewertung und der mittelfristig erwarteten Marktnormalisierung mit im Trend steigenden Renditen würden insbesondere Anleihen mit langen Laufzeiten tendenziell anfällig für Kursrückschläge erscheinen.
Ein nachhaltiger Renditeanstieg sei jedoch noch nicht absehbar. Solange die Aussichten für das weltweite Wirtschaftswachstum ungewiss seien und ein Zerfall der Eurozone nicht ausgeschlossen werden könne, sollten US-Treasuries und Bunds weiterhin als sichere Häfen gefragt bleiben. (Ausgabe März 2012) (05.03.2012/alc/m/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 126,0482 € | 125,1945 € | 0,8537 € | +0,68% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie


