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Prokon: Insolvenzverwalter Penzlin bleibt am Ruder - Anleihenews


23.07.14 14:11
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Die gerichtlich angeordnete Gläubigerversammlung des zahlungsunfähigen Windenergieunternehmens Prokon hat Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin am 22. Juli in seinem Amt bestätigt, so die Experten von "FONDS professionell".

Zugleich hätten die Gläubiger dem vorläufigen Sanierungsplan des Hamburger Rechtsanwaltes zugestimmt, wie verschiedene Medien berichten würden. Über den endgültigen Insolvenzplan solle nach Angaben Penzlins im ersten Quartal 2015 abgestimmt werden.

Prokon habe im Januar 2014 Insolvenz angemeldet; das Insolvenzverfahren sei im Mai eröffnet worden. Dabei sei bekannt geworden, dass das Unternehmen mit knapp einer halben Milliarden Euro überschuldet sei. Die Verbindlichkeiten würden sich auf mehr als 1,5 Milliarden Euro belaufen. Etwa 1,4 Milliarden Euro schulde Prokon den Anlegern. Anfang Juli hätten sich dann drei große Gruppen von Gläubigern - die "Freunde von Prokon", die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) - sowie Penzlin darauf geeinigt, dass Prokon weitergeführt werden solle.

Die in einer Hamburger Messehalle durchgeführte Versammlung habe dabei fast mit einem Eklat begonnen. Offenbar habe Prokon-Gründer Carsten Rodbertus, gegen den derzeit Ermittlungen wegen Betrugsverdacht laufen würden, versucht, selber wieder das Ruder des Unternehmens zu übernehmen. Dies habe das Amtsgericht Itzehoe aber am Morgen vor der Versammlung verhindert, indem es rund 15.000 Gläubigern die Ausübung ihrer Stimmrechte untersagt habe. Diese Gruppe habe laut "Handelsblatt"-Bericht ihre Stimmen an die "Arbeitsgemeinschaft für eine lebenswerte Zukunft von Prokon" übertragen, die von dem Rodbertus-Vertrauten Alfons Sattler angeführt werde.

Zwischen Rodbertus und Penzlin sei es in der Vergangenheit zu Konflikten gekommen. Anfang April habe der Rechtsanwalt den Firmengründer als Geschäftsführer fristlos entlassen. Danach hätten laut Medienmeldungen sowohl Penzlin als auch Rodbertus Konzepte für eine Sanierung des Windparkbetreibers vorgestellt.

Der Plan des Insolvenzverwalters beinhalte verschiedene Optionen für die geschädigten Anleger. Eckpunkte seien eine Eigenkapitalkomponente für Anleger, die ihre Genussrechte in Eigenkapital wandeln und damit Gesellschafter von Prokon werden wollten. Weiterhin die Umwandlung eines Teils der Genussrechte in eine handelbare Anleihe für Anleger, die aussteigen möchten. Und Option Nummer drei sei eine Auszahlung aus den Verkaufserlösen der Unternehmensteile und Beteiligungen, die nicht zum Kerngeschäft von Prokon gehören würden. (23.07.2014/alc/n/a)