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Pleite programmiert: 100-jährige Argentinien-Anleihe wird Totalausfall - Anleihenews


27.06.17 15:49
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - 100 Jahre Laufzeit und ein jährlicher Kupon von stattlichen 7,25 Prozent: Das sind die Eckdaten der neuen Anleihe, die der ewige Pleitestaat Argentinien vor wenigen Tagen platziert hat, so die Experten von "FONDS professionell".

Allerdings liege die Ausfallwahrscheinlichkeit des Bonds bei über 97 Prozent, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichte.

Die Zeitung führe hierfür detaillierte Berechnungen der britischen Fondsgesellschaft M&G an. Deren Rentenfondsmanagerin Claudia Calich, seit 24 Jahren bei M&G, habe die Ausfallwahrscheinlichkeit in einem firmeninternen Standardmodell für Anleihebewertungen ermittelt. Das Modell sei zwar nicht in der Lage gewesen, die Wahrscheinlichkeit für die gesamte Laufzeit von 100 Jahren zu berechnen, doch schon bei 50 Jahren habe sie sich auf beängstigend hohe 97,6 Prozent belaufen.

Die exorbitante Ausfallwahrscheinlichkeit des Schuldscheins, der erst am 28. Juni 2117 zurückgezahlt werde, sei für Kenner kaum erstaunlich. Immerhin habe das lateinamerikanische Land seit seiner Unabhängigkeit, die es im Jahr 1861 erlangt habe, eine unrühmliche Karriere als Dauerbankrotteur hingelegt: Acht Mal sei der Staat pleite gegangen, das letzte Mal im Dezember 2001.

Dennoch sei die neue Anleihe bei Investoren bestens angekommen: Für den fast 2,8 Milliarden US-Dollar schweren Bond hätten die Konsortialbanken um Citi und HSBC Kaufaufträge in Höhe von 9,75 Milliarden Dollar (8,71 Milliarden Euro) erhalten. (27.06.2017/alc/n/a)