Erweiterte Funktionen

Kapitalmarkt gebaut auf Liquidität


02.03.12 13:43
Allianz Global Investors

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Februar brachte Erleichterung: Nicht nur, dass sich das Bild der globalen Konjunkturlage zuletzt verbesserte - die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA, den Wachstumsländern und teils auch aus Europa deuten auf eine zunehmende Stabilisierung der Wirtschaftsaktivität hin -, auch die monatelange Hängepartie um Griechenland scheint - zumindest vorerst - ein Ende genommen zu haben, so die Analysten von Allianz Global Investors.

Das Hilfspaket über 130 Mrd. Euro stehe, sodass vor allem Zeit erkauft worden sei, um die notwendigen strukturellen und fiskalischen Anpassungen in Griechenland wie auch im Euroraum durchzuführen. Hinzu komme die anhaltend üppige und zugleich billige Liquidität der Notenbanken: Die US-Leitzinsen nahe null Prozent bis 2014, Japan habe seine Staatsanleihekäufe um 2,1% des Bruttoinlandsprodukts ausgeweitet und in den Wachstumsländern (z.B. China) komme es durch nachlassende Inflationsgefahren zu einem Richtungswechsel bzgl. des geldpolitischen Kurses.

Zusätzlich eine Europäische Zentralbank (EZB), die gleichzeitig ihr Aufkaufprogramm für Staatsanleihen erhöhe und mit einem 3-jährigen Refinanzierungstender unkonventionell fast 500 Mrd. Euro in das Bankensystem gepumpt habe. Ein zweiter 3-Jahrestender sei Ende Februar gefolgt. Die Begleiterscheinung, eine auf längere Sicht drohende Inflation, sei in diesem Umfeld zunehmend in den Hintergrund geraten.

Wenn auch der geldpolitische Hebel der Zentralbanken für die Konjunktursteuerung in diesem Umfeld ein sehr kurzer sei, würden die Notenbanken dennoch erreichen, dass die Stimmung insgesamt freundlicher geworden zu sein scheine und wieder vermehrt Risikokapital nachgefragt werde. Das könnte dazu führen, dass sich an den europäischen Anleihemärkten die Renditen von Staatsanleihen der EU-Peripherie weiter normalisieren, sich Risikoprämien zurückbilden würden und der Interbankenmarkt ebenfalls die Entspannung spüre.

Neben Rohstoffen sollten vor allem die Aktienmärkte von der Zentralbankliquidität profitieren, denn sie seien einer der Nutznießer der expansiven Geldpolitik und eines gestiegenen Risikoappetits. Mit einer anhaltend attraktiven Bewertung, bilanzstarken Unternehmen mit hohen Dividendenrenditen und Gewinnrevisionen, die einen Boden gefunden zu haben scheinen, scheint es auch gute Gründe dafür zu geben, dass der Aufwärtstrend noch einige Zeit anhalten kann, so die Analysten von Allianz Global Investors. (Ausgabe März 2012) (02.03.2012/alc/m/a)