KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer: 7,00%-VST Building Technologies-Anleihe als "durchschnittlich attraktiv" bewertet


26.01.21 14:00
KFM Deutsche Mittelstand AG

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer zu der 7,00%-Anleihe der VST Building Technologies AG mit Laufzeit bis 2024 kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe nun als "durchschnittlich attraktiv" (3 von 5 möglichen Sternen) einzustufen.

Die 2002 gegründete VST Building Technologies AG (VST AG) mit Sitz in Leopoldsdorf in der Nähe von Wien sei ein führender Anbieter von industriell vorgefertigten Bauelementen (Wände, Decken, Treppen etc.) für den großvolumigen Hochbau, die vorwiegend im Wohnungs- und Hotelbau, aber auch zur Errichtung von Pflege- und Studentenheimen eingesetzt würden. Das Leistungsspektrum umfasse die Projektplanung und Gebäudestatik sowie die Produktion von Verbundschalungstechnik-Elementen und deren Lieferung, Montage und Ausbetonierung direkt auf der Baustelle bis hin zu schlüsselfertigen Objekten. Durch die Übernahme der PREMIUMVERBUND-TECHNIK Bau im Jahre 2019 habe VST für die letzten beiden Punkte einen leistungsstarken Baupartner in den Konzernverbund integriert und habe so ihre Projektpipeline auf über 220 Mio. Euro zum 30.06.2020 stark ausweiten können.

Die Gruppe agiere international, wobei Deutschland, Österreich und Schweden die Kernmärkte bilden würden. Zunehmend expandiere VST aber auch in andere europäische Regionen und sei mittlerweile in Großbritannien, der Schweiz, den Beneluxländern, der Slowakei, Lettland, Großbritannien und Polen aktiv.

Im hauseigenen Produktionswerk in der Slowakei, dem größten und modernsten Werk für vorgefertigte Verbundschalungselemente, mit einer Kapazität von jährlich 250.000 Quadratmeter VST-Wänden, würden sämtliche tragenden Elemente eines Bauwerks mit Hilfe patentierter Technologie unter perfekten witterungsunabhängigen Bedingungen automatisiert und dennoch inklusive eingebauter Haustechnik, wie Licht und Wasser, auf Maß hergestellt. Die vorproduzierten VST-Elemente würden dann just-in-time an die Baustelle geliefert. Hieraus entstünden wesentlich verkürzte Bauzeiten, geringere Gesamtkosten und eine deutlich reduzierte Abhängigkeit von Arbeitskräften, was insbesondere in Zeiten von Fachkräftemangel und in Anbetracht der aktuellen Corona-Pandemie von Vorteil sei. Zusätzlich biete die VST-Technologie fortschrittliche ökologische Eigenschaften im Vergleich zur herkömmlichen Bauweise, entsprechend würden VST-Elemente über eine Passivhaus-Zertifizierung verfügen.

Durch die Übernahme der Premiumverbund-Gruppe zum 01.07.2019 habe VST die Umsätze 2019 signifikant auf 41,9 Mio. Euro steigern können, nach 12,1 Mio. Euro im Vorjahr. Trotz des hohes Umsatzwachstums hätten die Ertragszahlen mit dieser Entwicklung nicht mithalten können: So habe sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) mit -3,8 Mio. Euro negativ gestaltet, im Vorjahr sei hier noch ein EBITDA von 0,9 Mio. erzielt worden. Das Ergebnis nach Steuern (EAT) habe mit -7,0 Mio. Euro tief im negativen Bereich gelegen. Geschuldet sei dies in erster Linie zum Teil nicht liquiditätswirksamer Einmaleffekte gewesen, die sich nach Berechnung der KFM Deutsche Mittelstand AG auf 7,6 Mio. Euro summieren würden.

So seien aufgrund des entstandenen Covid-19 Risikos die latenten Steuern um 2,2 Mio. reduziert und ein Projekt in Weißrussland aus der Bilanz ausgebucht worden, da die Abnahme weiterer Werke vom Partner zurückgenommen worden sei (-1,2 Mio. Euro). Des Weiteren seien seitens der VST im Jahr 2019 Zahlungen für Schadensfälle in Höhe von 3,7 Mio. Euro fällig gewesen, unter anderem auf Grund dieser Fälle seien auch die Rechts- und Beratungskosten außerordentlich auf 0,5 Mio. Euro gestiegen.

Im ersten Halbjahr 2020 seien diese Einmaleffekte aus den Büchern gewesen, so habe das EBITDA mit 0,9 Mio. Euro trotz der Covid-19-Pandemie positiv gestaltet werden können. Das Betriebsergebnis (EBIT) habe eine schwarze Null (0,01 Mio. Euro) erreicht. Basis dieses Ergebnisses sei eine Betriebsleistung in den ersten sechs Monaten 2020 in Höhe von 34,5 Mio. Euro gewesen. Der deutliche Anstieg um 28,4 Mio. Euro nach 6,1 Mio. Euro aus dem Vorjahr resultiere hierbei hauptsächlich aus dem veränderten Konsolidierungskreis nach der mehrheitlichen Übernahme der Premiumverbund zum 01.07.2019 sowie der Nitra-Gruppe zum 31.12.2019.

Auch im zweiten Halbjahr 2020 habe die VST Gruppe ihren Wachstumspfad fortsetzen können, so seien seit dem 30.06.2020 Projekte mit insgesamt rund 39.700m ^ 2 VST Wänden und 35.000m ^ 2 VST Decken in Deutschland und Dänemark der Projektpipeline hinzugefügt worden. Das Volumen der neuen Projekte liege bei rund 44 Mio. Euro und werde zu einem Teil noch im Jahr 2020 umsatzwirksam.

Der Nachhaltigkeitsbeitrag von der VST Building Technologies AG werde als "positiv" eingeschätzt. Das Unternehmen verstoße nicht gegen die von der KFM Deutsche Mittelstand AG definierten Ausschlusskriterien. Der vom Unternehmen erzielte Umsatzanteil mit Produkten/Dienstleistungen mit positiver Nachhaltigkeitswirkung für ökologisches Bauen (Verbundschalungstechnik-Elemente mit Passivhauseignung) werde auf 10 bis 20 Prozent geschätzt. Im Unternehmen würden Ansätze für die Berücksichtigung von ESG-Aspekten existieren, es fehle jedoch an einer systematischen Umsetzung.

Die nicht nachrangige und unbesicherte Mittelstandsanleihe der VST Building Technologies AG sei mit einem Zinskupon von 7,00% p.a. (Zinstermin halbjährlich am 28.06. und 28.12.) ausgestattet und habe eine Laufzeit bis zum 28.06.2024. Die Anleihe habe ein Gesamtvolumen von bis zu 15 Mio. Euro mit einer Stückelung von 1.000 Euro. Die Emittentin verpflichte sich in den Anleihebedingungen, jährliche Gewinnausschüttungen nur dann vorzunehmen, sofern das auf Grundlage des IFRS-Konzernabschlusses ermittelte Eigenkapital einen Wert von 10 Mio. Euro nicht unterschreite und zur Einhaltung einer Eigenkapitalquote von mindestens 25%. Anderenfalls könnten die Anleihegläubiger die Anleihe außerordentlich zum Nennwert kündigen.

In den Anleihebedingungen seien keine vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten nach Wahl der Emittentin vorgesehen. Die Mittel aus der Anleiheemission wurden und werden im Wesentlichen zur Refinanzierung der Anleihe 13/19 sowie die Mehrheits-Übernahme (51%) der PREMIUMVERBUND-TECHNIK Bau GmbH und die Ausweitung der Produktionskapazität des VST-Werks in Nitra (Slowakei) verwendet, so die KFM Deutsche Mittelstand AG. Die Anleihe sei am Open Market an der Börse Frankfurt notiert.

Das aktuelle positive Marktumfeld der Braubranche sowie die Einzigartigkeit der Verbundschalungsntechnik würden die VST Building Technologies AG zu einem Unternehmen mit attraktiven Wachstumsmöglichkeiten machen, was sich bereits jetzt in der Projektpipeline widerspiegele. Der nahezu automatisierte Produktionsprozess erlaube es, ressourcenschonend und zeitsparend zu arbeiten. Auf Konzernebene seien in den letzten zwei Jahren Konsolidierungen vorgenommen und die Gruppe klarer strukturiert worden; dies habe aber auch zu Ergebnisanpassungen im Jahr 2019 geführt. Auf Grundlage dieser Entwicklung in Verbindung mit der Rendite von 7,26% p.a. (auf Basis des Kurses von 99,60% am 25.01.2021 an der Börse Frankfurt bei Berechnung bis zum Ende der Laufzeit am 28.06.2024) bewerten wir die 7,00%-Anleihe der VST Building Technologies AG mit Laufzeit bis 2024 nun als "durchschnittlich attraktiv" (3 von 5 möglichen Sternen), so die KFM Deutsche Mittelstand AG. (26.01.2021/alc/n/a)






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