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EZB drosselt Anleihekäufe in der Urlaubszeit - Anleihenews


18.08.15 12:14
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat das Tempo ihres über eine Billion Euro schweren Programms zum Kauf von Staatsanleihen leicht verringert, so die Experten von "FONDS professionell".

In der Woche zum 14. August habe die Notenbank Euro-Staatsanleihen für 10,2 Milliarden in ihre Bücher genommen. Dies hätten die Währungshüter am Montag in Frankfurt mitgeteilt. In der Woche zuvor habe sich das Volumen der aufgekauften Bonds noch auf 10,8 Milliarden Euro belaufen. Der Grund für das gedrosselte Tempo der Anleihekäufe sei jedoch kein besonderer gewesen: Urlaubszeit, habe es geheißen.

Die EZB und die nationalen Notenbanken hätten seit dem Beginn der Käufe am 9. März dieses Jahres Staatsbonds mit einem Volumen von 269,9 Milliarden Euro erworben. EZB-Chef Mario Draghi möchte mit den Anleihekäufen die Banken im Euroraum dazu bewegen, mehr Kredite an die Wirtschaft zu vergeben und weniger Geld in Bonds anzulegen. Mehr Fremdkapital solle die Unternehmen in die Lage versetzen, stärker zu investieren. Dadurch solle die Konjunktur belebt und die Inflation angeheizt werden.

Bislang sei das Wachstum in der Eurozone allerdings eher verhalten geblieben. Im zweiten Quartal habe die Wirtschaft im Vergleich zum Vorquartal lediglich um 0,3 Prozent zugelegt. Auch die Inflation sei mit nur 0,2 Prozent im Juli noch längst nicht da, wo die EZB sie gern hätte. Die Notenbank sehe stabile Preise erst bei Teuerungsraten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

Die EZB und die nationalen Notenbanken wollten Monat für Monat im Schnitt Wertpapiere im Volumen von rund 60 Milliarden Euro aufkaufen. Das Gesamtprogramm solle mindestens bis September 2016 laufen und dann eine Größenordnung von 1,14 Billionen Euro erreicht haben. Griechische Staatsanleihen seien vom Kauf derzeit ausgeschlossen. (18.08.2015/alc/n/a)