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Deutsche Anleihen nach Bundestagsentscheidung leicht im Plus


26.10.11 16:31
anleihencheck.de

Frankfurt (anleihencheck.de) - Die deutschen Rentenpapiere können am Mittwochnachmittag leichte Gewinne ausweisen. So stieg der Bund Future bisher um 0,06 Prozent auf 135,34 Punkte, während der Bobl-Future derzeit bei 122,17 Punkten (+0,16 Prozent) und der Schatz-Future bei 109,72 Punkten (+0,05 Prozent) notieren.

Der deutsche Bundestag hat inzwischen mit großer Mehrheit die Regierungspläne zur Lösung der Schuldenkrise unterstützt. Dabei stimmten 503 von 596 Abgeordneten für den Antrag, wonach der Rettungsschirm mittels so genannter Hebel verstärkt werden soll. Das Risiko bei der "Maximierung" des Euro-Rettungsfonds EFSF ist nach Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel vertretbar. Es wäre sogar nicht vertretbar, das Risiko nicht einzugehen. Nach intensiver Prüfung aller Vorschläge liege ihr keine bessere Alternative vor. Der deutsche Anteil am Kreditvolumen der EFSF bleibe mit 211 Mrd. Euro unverändert. Der Rettungsfonds umfasst insgesamt 440 Mrd. Euro. Für diese Kredite bürgen die Euroländer. Die Kanzlerin betonte: "Wir wollen, dass Griechenland schnell wieder auf die Beine kommt."

Heute Abend treffen sich in Brüssel zunächst die Staats- und Regierungschefs aller 27 EU-Mitgliedsländer. Anschließend beraten die 17 Euro-Länder über Maßnahmen zur Eurostabilisierung und dem Kampf gegen die Staatsschuldenkrise.

Der Referenzkurs des Euro fiel bisher um 0,19 Prozent und notiert derzeit bei 1,3871 US-Dollar. Ein hoher Euro-Kurs signalisiert, das Kapital in den Euroraum fließt, welches dann auch am Renten- oder Aktienmarkt investiert wird. Bei einem steigenden Euro-Kurs profitieren Anleger außerhalb der Eurozone sowohl vom Anstieg der Anleihekurse als auch der Wechselkurse.

Zuletzt hat die EZB im Juli 2011 die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 1,50 Prozent angehoben, womit sich die Rendite der Rentenpapiere erhöht. Anleihe-Kurse bewegen sich entgegengesetzt zu ihren Renditen.

Der Auftragseingang langlebiger Güter ist im September 2011 gesunken. Bei den Gütern mit einer Nutzungsdauer von über drei Jahren lag die Zahl der Bestellungen um 0,8 Prozent unter dem Vormonatsniveau, während Volkswirte sogar eine Abnahme um 1,0 Prozent prognostiziert hatten. Ferner hat sich die saisonbereinigte Zahl der US-Verkäufe neuer Häuser im September 2011 erhöht. Demnach kletterte die Zahl gegenüber dem Vormonat um 5,7 Prozent auf 313.000 Häuser, während Volkswirte eine Zahl von 300.000 erwartet hatten. Die Mortgage Bankers Association of America (MBA) ermittelte derweil für die Woche zum 21. Oktober 2011 einen saisonbereinigten Zuwachs bei der Zahl der Hypothekenanträge. So erhöhte sich der entsprechende Index um 4,9 Prozent. In der Vorwoche war hingegen ein Minus von 14,9 Prozent gemeldet worden. In den USA wird heute noch der Ölmarktbericht erwartet. Gute Konjunkturmeldungen lösen an den Rentenmärkten in der Regel bei steigenden Renditen fallende Kurse aus. (26.10.2011/alc/m/a)