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Bundesanleihen bald rar wie "Blaue Mauritius"
22.07.16 12:16
FONDS professionell
Wien (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank wird zum Opfer ihrer eigenen Regeln, so die Experten von "FONDS professionell".
Beim Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) würden allmählich die deutschen Bundesanleihen ausgehen, melde der Fondsanbieter Bantleon. "Bislang hat die EZB stets betont, dass die Umsetzung der Anleihekäufe reibungslos läuft. Aber bei Bundesanleihen wird die Notenbank über kurz oder lang in die Bredouille geraten", so Daniel Hartmann, Anleiheanalyst bei Bantleon. Spätestens Anfang 2017 würden keine Bundesbonds mehr vorhanden sein, die für das Programm der EZB taugen würden, erwarte er.
Aktuell laufe das Anleihekaufprogramm der Notenbank auf Hochtouren: Zwischen Oktober 2014 und Juni 2016 habe die Notenbank Rentenpapiere im Umfang von 1.080 Milliarden Euro erworben, derzeit kämen monatlich weitere 80 Milliarden Euro hinzu. Das Programm laufe mindestens bis März 2017.
Bis dahin werde sich das Volumen der Vermögenswerte auf 1.800 Milliarden Euro belaufen. Gut 70 Prozent der Käufe würden auf Staatsanleihen entfallen. Der Rest entfalle auf gedeckte Schuldverschreibungen, supranationale Anleihen, ausgewählte Unternehmensanleihen und Asset Backed Securities (ABS).
Grund für die Knappheit deutscher Staatsanleihen sei nicht nur, dass Deutschland keine neuen Schulden mache und somit keine neuen Anleihen auf den Markt kämen, schreibe "Die Welt". Die Währungshüter der EZB seien auch in die eigene Falle getappt, denn sie hätten sich für ihr Anleihekaufprogramm starre Regeln auferlegt.
Diese würden unter anderem vorsehen, dass bei den Käufen die Ländergewichte innerhalb des Euro berücksichtigt würden. Da Deutschland mit rund 26 Prozent den größten Anteil an der Währungsbehörde halte, müssten entsprechend auch am meisten deutsche Staatspapiere gekauft werden. Und es dürften nur Titel gekauft werden, deren aktuelle Rendite nicht unter dem Einlagensatz für Banken liege. Dieser wiederum betrage seit März dieses Jahres minus 0,4 Prozent.
Genau das werde den Notenbankern nun zum Verhängnis: Nachdem die Renditen in den vergangenen Wochen stark gefallen seien, würden nun viele Schuldtitel unterhalb von -0,4 Prozent rentieren. Nach Berechnungen des Datenanbieters Bloomberg seien mehr als 60 Prozent aller Bundesanleihen davon betroffen. Sie könnten also nicht mehr von der EZB gekauft werden. (22.07.2016/alc/n/a)
Beim Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) würden allmählich die deutschen Bundesanleihen ausgehen, melde der Fondsanbieter Bantleon. "Bislang hat die EZB stets betont, dass die Umsetzung der Anleihekäufe reibungslos läuft. Aber bei Bundesanleihen wird die Notenbank über kurz oder lang in die Bredouille geraten", so Daniel Hartmann, Anleiheanalyst bei Bantleon. Spätestens Anfang 2017 würden keine Bundesbonds mehr vorhanden sein, die für das Programm der EZB taugen würden, erwarte er.
Aktuell laufe das Anleihekaufprogramm der Notenbank auf Hochtouren: Zwischen Oktober 2014 und Juni 2016 habe die Notenbank Rentenpapiere im Umfang von 1.080 Milliarden Euro erworben, derzeit kämen monatlich weitere 80 Milliarden Euro hinzu. Das Programm laufe mindestens bis März 2017.
Grund für die Knappheit deutscher Staatsanleihen sei nicht nur, dass Deutschland keine neuen Schulden mache und somit keine neuen Anleihen auf den Markt kämen, schreibe "Die Welt". Die Währungshüter der EZB seien auch in die eigene Falle getappt, denn sie hätten sich für ihr Anleihekaufprogramm starre Regeln auferlegt.
Diese würden unter anderem vorsehen, dass bei den Käufen die Ländergewichte innerhalb des Euro berücksichtigt würden. Da Deutschland mit rund 26 Prozent den größten Anteil an der Währungsbehörde halte, müssten entsprechend auch am meisten deutsche Staatspapiere gekauft werden. Und es dürften nur Titel gekauft werden, deren aktuelle Rendite nicht unter dem Einlagensatz für Banken liege. Dieser wiederum betrage seit März dieses Jahres minus 0,4 Prozent.
Genau das werde den Notenbankern nun zum Verhängnis: Nachdem die Renditen in den vergangenen Wochen stark gefallen seien, würden nun viele Schuldtitel unterhalb von -0,4 Prozent rentieren. Nach Berechnungen des Datenanbieters Bloomberg seien mehr als 60 Prozent aller Bundesanleihen davon betroffen. Sie könnten also nicht mehr von der EZB gekauft werden. (22.07.2016/alc/n/a)


