Erweiterte Funktionen

Bert Flossbach warnt vor "Mutter aller Blasen" bei Anleihen - Anleihenews


10.04.17 12:18
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Je länger die Europäische Zentralbank (EZB) an ihrer aktuellen Politik festhält, desto überzeugter sind Anleger, dass das extrem niedrige Zinsniveau von Dauer ist, so die Experten von "FONDS professionell".

Eine Folge dieser Überzeugung sei am Anleihemarkt zu beobachten: Die Kurse vieler Anleihen seien in den vergangenen Jahren stark gestiegen, die Renditen dementsprechend gefallen. "Der Anleihemarkt kann deshalb als Mutter aller Blasen bezeichnet werden", sage Vermögensprofi Bert Flossbach.

Auch am Immobilienmarkt habe der Chef der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch in einigen Bereichen Preisblasen ausgemacht. "Weil Immobilien häufig mit Fremdkapital finanziert werden, profitiert ihre Bewertung zusätzlich von niedrigen Kreditzinsen", erkläre er. In Toplagen deutscher Metropolen würden Wohnobjekte mittlerweile zu Mietrenditen von unter 3 Prozent vor Kosten gehandelt. "Wer heute solche Objekte zu Rekordpreisen veräußert, kann sich vor allem bei Mario Draghi und dem deutschen Anlegerverhalten bedanken", sage Flossbach.

Aktien seien die letzte große Anlageklasse, bei der sich die tiefen Zinsen noch nicht in entsprechend höheren Bewertungen niedergeschlagen hätten. Zwar sei auch die Gewinnrendite von Anleihen in den vergangenen Jahren gefallen. Sie liege aber immer noch weit über denen von Anleihen.

Aktuell betrage etwa die Gewinnrendite der Unternehmen im Aktienindex MSCI World rund 6 Prozent. Zum Vergleich: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liege mit 2,3 Prozent deutlich tiefer. Und zehnjährige deutsche Bundesanleihen würden derzeit gerade einmal 0,3 Prozent Rendite bieten. (10.04.2017/alc/n/a)