Anleihen-Woche KW48 - 2020: Greencells, Euroboden, FBW, publity und andere - Anleihenews


30.11.20 09:44
Anleihen Finder

Brechen (www.anleihencheck.de) - Kalenderwoche 48 (23.11. - 27.11.2020) am KMU-Anleihenmarkt - die Analysten der KFM Deutsche Mittelstand bewerten die derzeit angebotene 6,50%-Anleihe (ISIN DE000A289YQ5 / WKN A289YQ) der Greencells GmbH als "attraktiv" und vergeben sehr gute 4 von 5 möglichen Sternen, berichtet die Anleihen Finder Redaktion.

Der Solarmarkt befinde sich auf einem langfristig sehr dynamischen Wachstumspfad, sinkende Herstellungskosten und ein volatiler Ölpreis würden die Attraktivität von Photovoltaik-Anlagen zudem erhöhen, so die KFM-Analysten. Weltweit werde dieses Wachstum durch auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Regierungsprogramme unterstützt. Der Europäische Mittelstandsanleihen FONDS habe die neue 6,50%-Greencells-Anleihe, deren maximales Emissionsvolumen bei 25 Mio. Euro liege, in der vergangenen Woche bereits gezeichnet. Das öffentliche Angebot des fünfjährigen Green Bonds ende am 7. Dezember 2020 - die Mindestzeichnungssumme liege bei 1.000 Euro.

Neue Anleihe aus dem Immobilienbereich - die FBW Projektbau GmbH kündige die Emission einer Unternehmensanleihe für das Kalenderjahr 2021 an. Der Immobilienentwickler und Bestandshalter aus dem Rhein-Main-Gebiet plane eine Anleihe-Emission in einer Größenordnung von etwa 25 Mio. Euro. Der Fokus der FBW Gruppe liege auf der Projektentwicklung und -realisierung nachhaltiger exklusiver Wohnanlagen und Eigentumswohnungen. Die Euroboden GmbH arbeite derzeit das Platzierungsergebnis ihrer vierten Anleiheemission (ISIN DE000A289EM6 / WKN A289EM) auf, bei der lediglich 25,5 von insgesamt bis zu 75 Mio. Euro hätten platziert werden können.

"Wir waren überzeugt, eine Vollplatzierung zu schaffen", würden Euroboden-Geschäftsführer Martin Moll und Kai Jordan von der emissionsbegleitenden mwb Wertpapierhandelsbank AG im Interview mit der Anleihen Finder Redaktion in der vergangenen Woche sagen und gleichsam Erklärungen für das Platzierungsergebnis liefern. Sowohl Moll als auch Jordan würden die Emission in Gänze dennoch als "befriedigend" bewerten.

Die Analysten von GBC Research würden die 5,75%-Anleihe der GECCI Investment KG als "überdurchschnittlich attraktiv" einstufen und 4 von 5 GBC-Falken vergeben. Begründet werde dies mit dem innovativen und vielversprechenden GECCI-Geschäftsmodell der Mietübereignung und den laut GBC über dem Marktdurchschnitt liegenden Finanzkennzahlen. Die GECCI-Anleihe 2020/25 (ISIN DE000A3E46C5 / WKN A3E46C) sei mit einem Volumen von bis zu 8 Mio. Euro und einem jährlichen Zinskupon von 5,75% ausgestattet und werde an der Börse Frankfurt gehandelt.

Die Aktien der publity-Tochtergesellschaft PREOS Global Office Real Estate & Technology AG (PREOS) würden durch einen Blockchain-basierten "digitalen Zwilling" (Token) erstmals digital verbrieft. Die Emission der PREOS-Token erfolge durch die publity AG, die 50 Millionen PROES-Token anbiete. Anleger könnten seit dem 24. November 2020 ab einem PREOS-Token ortsunabhängig und vollständig digital unter www.preos-token.de investieren. Der anfängliche Ausgabereis je PREOS-Token betrage 9,25 Euro.

Die eterna Mode Holding GmbH habe in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2020 deutlich mit den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zu kämpfen. ETERNA-Chef Henning Gerbaulet erkläre: "Wir befinden uns mit ETERNA in einer zwiespältigen Situation. Einerseits haben wir uns in diesem sehr schwierigen Jahr besser als der Wettbewerb entwickelt und sind operativ profitabel. Andererseits sind die erzielten Ergebnisse im Hinblick auf die in 2021 anstehende Unternehmensfinanzierung trotz allem nicht zufriedenstellend und bleiben deutlich hinter unserer Performance vor Corona zurück."

Um die finanzielle Stabilität zu gewährleisten, rufe die eterna Mode Holding GmbH ihre Anleihegläubiger zur Abstimmung über eine Laufzeit-Verlängerung der Anleihe bei einer zweiten Gläubigerversammlung am 17. Dezember 2020 auf. Im geplanten Verlängerungszeitraum bis 3. Juni 2024 solle der Zinssatz der ETERNA-Anleihe unverändert bei 7,75% bleiben.

Privatplatzierung - die Rochade Finance-GbR, eine Finanzierungsgesellschaft der Rochade-Gruppe, die als Immobilienbestandshalter im Bereich Boarding-Häuser tätig sei, habe in der vergangenen Woche eine besicherte Unternehmensanleihe im Volumen von 120,5 Mio. Euro vollständig an einem institutionellen Asset-Manager begeben. Die fünfjährige Anleihe werde jährlich mit 3,7532% verzinst.

Die va-Q-tec AG habe indes die Platzierung ihrer neuen CHF-Anleihe aufgrund des großen Interesses bei Investoren frühzeitig abgeschlossen. Der Zinskupon der fünfjährigen Anleihe sei auf 3,75% p.a. und der Emissionsbetrag auf CHF 25 Mio. festgelegt worden. Automobilzulieferer und Anleihe-Emittent Schlote habe im dritten Quartal 2020 aufgrund gestiegener Umsätze bereits wieder einen Gewinn von rund 1,0 Mio. Euro erwirtschaften können. Zur weiteren Stabilisierung und Überwindung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie erhalte das niedersächsische Unternehmen Mittel in Höhe von insgesamt 25,5 Mio. Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesregierung.

Die UBM Development AG könne das Ergebnis vor Steuern in den ersten drei Quartalen 2020 trotz der Corona-bedingten Einbußen im Hotelgeschäft und Währungsverlusten um 10% auf über 50 Mio. Euro steigern. Die Cash-Reserven des Unternehmens lägen mit mehr als 230 Mio. Euro sogar höher als vor Corona, auch das Eigenkapital sei auf einem Höchststand. Die Kölner PANDION AG erfreue sich insbesondere seit Juli einer weiterhin hohen Nachfrage nach Wohnungen auf Vor-Corona-Niveau. Im Zeitraum September bis November 2020 lägen die Verkäufe sogar konstant über den Planwerten vom Jahresanfang. Die Projektpipeline der PANDION AG umfasse derzeit 36 Projekte mit einem Verkaufsvolumen von rund 4,3 Mrd. Euro, darunter 23 Wohn- und 10 Gewerbeobjekte sowie 3 Vorratsprojekte, die der Projektentwicklung zugeführt werden sollten.

Auch die Geschäftsentwicklung der M Objekt Real Estate Holding GmbH & Co. KG (MOREH) sei trotz Corona im bisherigen Jahresverlauf sehr solide. So habe MOREH bis einschließlich Oktober Mieteinahmen auf Vorjahresniveau in Höhe von 3,7 Mio. Euro erzielt.

Die DEAG Deutsche Entertainment AG zeige sich trotz massiver Einschränkungen im Live-Entertainment-Bereich und damit verbundener deutlicher Umsatzrückgänge widerstandsfähig im Kalenderjahr 2020. Für das Gesamtjahr 2020 gehe die DEAG trotz der zuletzt wieder sehr deutlichen COVID-19-bezogenen Einschränkungen in ihren Kernmärkten weiterhin von einem mindestens ausgeglichenen EBITDA aus. Für die Zukunft sehe sich die DEAG gut aufgestellt und verweise auf eine Umsatzbasis mit guter Visibilität von über 100 Mio. Euro in 2021. Zudem verfüge die Gesellschaft nach eigenen Angaben über eine Liquiditätsausstattung von rd. 50 Mio. Euro.

Bei der bislang größten Kapitalerhöhung der Unternehmensgeschichte habe die ABO Wind AG in der vergangenen Woche ein Brutto-Volumen von 16,2 Millionen Euro erlöst. Damit würden für den Windparkt-Entwickler die Möglichkeiten wachsen, Bauphasen vorzufinanzieren und auch sehr große Wind- und Solarparks selbst schlüsselfertig ans Netz zu bringen. Und die VST Building Technologies AG schreite mit der Erschließung neuer Absatzregionen weiter voran und habe in diesen Tagen den ersten Auftrag aus Polen erhalten.

Den kompletten Beitrag zusammen mit den wichtigsten KMU-Anleihen-News der KW48 - 2020 im Überblick finden Sie hier. (News vom 28.11.2020) (30.11.2020/alc/n/a)