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Anleihemarkt Bund-Future zappelt auf hohem Niveau
09.09.11 10:01
Deutsche Börse AG
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Auf eine ereignisreiche Woche mit "einigen Wegmarken" blicken die Marktteilnehmer im Rentenhandel zurück, so die Deutsche Börse AG.
Am Dienstag habe der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) mit 138,86 einen neuen Höchststand erreicht. Im Kontrast habe die Rendite einer zehnjährigen Bundesanleihe am Donnerstag mit 1,823 Prozent einen Tiefstand markiert und die einer einjährigen griechischen Anleihe habe das Renditeniveau von 80 Prozent übersprungen. "Dennoch ist das Handelsvolumen mit Anleihen insgesamt eher durchwachsen", bemerke Gregor Daniel.
Die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank habe am gestrigen Donnerstag zudem die bisherigen Prognosen einer möglichen Zinserhöhung vom Tisch gefegt. "Ein stabiler Inflationsausblick und eingetrübte Erwartungen an das Wirtschaftswachstum im Euroraum geben nun eher den Weg frei für eine Zinssenkung", beobachte ein Händler der Hellwig Wertpapierhandelsbank.
Es würden noch Freiwillige fehlen, die sich für einen Tausch griechischer Staatsanleihen und eine Verlängerung der Laufzeit ihrer bereits lang laufenden griechischen Bonds entscheiden würden. Mit einer Zustimmung von 75 Prozent sei die angestrebte Quote von 90 Prozent laut Händler der Walter Ludwig Wertpapier Handelsgesellschaft am Mittwoch dieser Woche noch nicht erreicht gewesen. Die HSH Nordbank gehe dennoch von einer ausreichend positiven Resonanz bis zum Auslaufen der Frist am 9. September aus. Nach Schätzungen des internationalen Bankenverbandes IIF, der den Prozess koordiniere, werde der Umtausch der Anleihen die griechische Schuldenlast um 13,5 Milliarden Euro von derzeit 350 Milliarden Euro verringern.
Wie Kommentaren erklären würden, hätte ein mageres griechisches Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal 2011 den Unmut über nur schleppend voran kommende Sparmaßnahmen im Land bei den Regierungen der anderen Euroländer erhöht. Im Vergleich zum Vorjahr stehe laut nationaler Statistikbehörde ein Minus von 7,3 Prozent statt der erwarteten 6,9 Prozent zu Buche. Der griechischen Regierung bliebe nun bis Mitte September Zeit, die Umsetzung des Reformprogramms technisch abzuschließen.
"Trotz der offensichtlichen Kursrisiken bei Hellas-Bonds demonstrieren Anleger dennoch Kauflust", registriere Daniel. Eine am 20. März 2012 fällig werdende Anleihe (ISIN GR0110021236 / WKN A0T6US) etwa komme derzeit auf eine aufs Jahr hochgerechnete Rendite von 125 Prozent. Länger laufende Staatsanleihen der Hellenen etwa mit einer Fälligkeit in 2020 (ISIN GR0124032666 / WKN A1AUMV) brächten derzeit rund 19 Prozent Rendite, berichte Klaus Stopp von der Baader Bank.
Im Gegensatz zu Griechenland hätten sich die anderen Sorgenkinder des Euroraums Irland und Portugal deutlich positiver entwickelt. Zu erkennen sei dies an den derzeitigen Renditen ihrer Staatsanleihen mit einer vergleichbaren Laufzeit bis 2020, bemerke Stopp. Bei 8 Prozent hätten sich beispielsweise die aktuellen Renditen von irischen Staatsanleihen (ISIN IE0034074488 / WKN A0ACL3) bewegt, portugiesische Bonds kämen auf 11,3 Prozent.
Nur mit Druck von Seiten der Europäischen Zentralbank habe das italienische Parlament nun doch ein Sparpaket im Volumen von 55 Milliarden Euro verabschiedet. "Das Auslaufen von Anleihen in Höhe von 48 Milliarden Euro in diesem Monat, die ersetzt werden müssen, war dabei hilfreich", glaube Arthur Brunner von ICF Kursmakler. "Ohne die Käufe der EZB wäre eine Platzierung teuer und schwierig geworden."
Eine Anleihe (ISIN DE0001590545 / WKN 159054) mit einem Volumen von 1 Milliarde Euro und einer Laufzeit von zehn Jahren habe das Land Niedersachsen im Angebot. Bei einem Kupon von 2,75 Prozent falle der Renditevorsprung mit 96,2 Basispunkten üppig aus gegenüber einer vergleichbaren Bundesanleihe, bemerke Arthur Brunner.
Unternehmen, die sich neues Geld auf dem Kapitalmarkt beschaffen möchten, hätten derzeit mehr Überzeugungsarbeit zu leisten. "Fresenius Medical Care ist zum Beispiel unterwegs, um je 400 Millionen Euro und Dollar von Investoren einzusammeln", berichte Gregor Daniel. Die bis September 2018 laufenden Schuldverschreibungen seien mit einem Kupon von 6,5 Prozent ausgestattet. Die bestehende Fresenius-Anleihe mit einer späteren Fälligkeit im Jahr 2021 und einem niedrigeren Zins von 5,75 Prozent sei zuletzt verkauft worden. "Der Kurs der Anleihe hat in dieser Woche von 98,5 auf 93 Prozent nachgegeben", melde der Händler, der eine Angleichung der Rendite zu den neuen, besser ausgestatteten Bonds dahinter vermute.
Tendenziell abgestoßen werde eine im Januar 2015 fällig werdende Schuldverschreibungen (ISIN XS0210318795 / WKN A0DW8D) der Deutschen Telekom mit einem Zins von 4 Prozent. Interessiert hätten sich Investoren dagegen bei einer bis März 2013 laufenden Grenke-Anleihe mit einem Kupon von 4,25 Prozent gezeigt. Die Baden Badener Unternehmensgruppe sei mit einer Bonitätsnote von BBB+ versehen.
Der Norwegischen Krone habe die angekündigte Koppelung des Schweizer Franken an den Euro auf die Sprünge geholfen. "Die Schweizer Nationalbank zog diese Woche die Notbremse und kündigte an, dass sie mit allen Mitteln einen Kurs des Euro gegenüber dem Franken von unter 1,20 verhindern werde", erkläre Brunner. Habe man vor Monatsfrist noch 7,91 Kronen für einen Euro bekommen, so gebe es derzeit 7,48 Kronen.
Erhöhte Nachfrage registriere die Baaderbank beispielsweise an einer bis Mai 2013 laufenden norwegischen Staatsanleihe (ISIN NO0010144843 / WKN 858524), auch wenn sie lediglich mit einer Rendite von derzeit 1,78 Prozent daherkomme. Die Erträge von Anleihen, die in Franken ausgegeben seien, würden durch die Intervention der Schweizer Nationalbank noch mehr eingeschränkt, meine Stopp. Denn wenn eine neunjährige Anleihe (ISIN CH0107134717 / WKN A1CSAY) etwa der KfW Bank mit 1,41 Prozent rentiere, liege dies unter dem Renditeniveau einer Bundesanleihe gleicher Laufzeit. Diese bringe derzeit rund 1,74 Prozent.
Die Interventionen der Schweizer Notenbank hätten für Gewinnmitnahmen in Anleihen auf Schweizer Franken geführt, berichte die Baader Bank. Rege nachgefragt würden dagegen Anleihen auf Norwegische Kronen. Auf der Suche nach Alternativen zum Euro seien nach wie vor Anleihen auf US-amerikanische, Kanadische, Australische und Neuseeländische Dollar im Depot der Anleger gelandet. Gesucht seien zudem Bonds auf Türkische Lira, Südafrikanische Rand und Schwedische Kronen. (09.09.2011/alc/m/a)
Am Dienstag habe der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) mit 138,86 einen neuen Höchststand erreicht. Im Kontrast habe die Rendite einer zehnjährigen Bundesanleihe am Donnerstag mit 1,823 Prozent einen Tiefstand markiert und die einer einjährigen griechischen Anleihe habe das Renditeniveau von 80 Prozent übersprungen. "Dennoch ist das Handelsvolumen mit Anleihen insgesamt eher durchwachsen", bemerke Gregor Daniel.
Die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank habe am gestrigen Donnerstag zudem die bisherigen Prognosen einer möglichen Zinserhöhung vom Tisch gefegt. "Ein stabiler Inflationsausblick und eingetrübte Erwartungen an das Wirtschaftswachstum im Euroraum geben nun eher den Weg frei für eine Zinssenkung", beobachte ein Händler der Hellwig Wertpapierhandelsbank.
Es würden noch Freiwillige fehlen, die sich für einen Tausch griechischer Staatsanleihen und eine Verlängerung der Laufzeit ihrer bereits lang laufenden griechischen Bonds entscheiden würden. Mit einer Zustimmung von 75 Prozent sei die angestrebte Quote von 90 Prozent laut Händler der Walter Ludwig Wertpapier Handelsgesellschaft am Mittwoch dieser Woche noch nicht erreicht gewesen. Die HSH Nordbank gehe dennoch von einer ausreichend positiven Resonanz bis zum Auslaufen der Frist am 9. September aus. Nach Schätzungen des internationalen Bankenverbandes IIF, der den Prozess koordiniere, werde der Umtausch der Anleihen die griechische Schuldenlast um 13,5 Milliarden Euro von derzeit 350 Milliarden Euro verringern.
Wie Kommentaren erklären würden, hätte ein mageres griechisches Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal 2011 den Unmut über nur schleppend voran kommende Sparmaßnahmen im Land bei den Regierungen der anderen Euroländer erhöht. Im Vergleich zum Vorjahr stehe laut nationaler Statistikbehörde ein Minus von 7,3 Prozent statt der erwarteten 6,9 Prozent zu Buche. Der griechischen Regierung bliebe nun bis Mitte September Zeit, die Umsetzung des Reformprogramms technisch abzuschließen.
"Trotz der offensichtlichen Kursrisiken bei Hellas-Bonds demonstrieren Anleger dennoch Kauflust", registriere Daniel. Eine am 20. März 2012 fällig werdende Anleihe (ISIN GR0110021236 / WKN A0T6US) etwa komme derzeit auf eine aufs Jahr hochgerechnete Rendite von 125 Prozent. Länger laufende Staatsanleihen der Hellenen etwa mit einer Fälligkeit in 2020 (ISIN GR0124032666 / WKN A1AUMV) brächten derzeit rund 19 Prozent Rendite, berichte Klaus Stopp von der Baader Bank.
Nur mit Druck von Seiten der Europäischen Zentralbank habe das italienische Parlament nun doch ein Sparpaket im Volumen von 55 Milliarden Euro verabschiedet. "Das Auslaufen von Anleihen in Höhe von 48 Milliarden Euro in diesem Monat, die ersetzt werden müssen, war dabei hilfreich", glaube Arthur Brunner von ICF Kursmakler. "Ohne die Käufe der EZB wäre eine Platzierung teuer und schwierig geworden."
Eine Anleihe (ISIN DE0001590545 / WKN 159054) mit einem Volumen von 1 Milliarde Euro und einer Laufzeit von zehn Jahren habe das Land Niedersachsen im Angebot. Bei einem Kupon von 2,75 Prozent falle der Renditevorsprung mit 96,2 Basispunkten üppig aus gegenüber einer vergleichbaren Bundesanleihe, bemerke Arthur Brunner.
Unternehmen, die sich neues Geld auf dem Kapitalmarkt beschaffen möchten, hätten derzeit mehr Überzeugungsarbeit zu leisten. "Fresenius Medical Care ist zum Beispiel unterwegs, um je 400 Millionen Euro und Dollar von Investoren einzusammeln", berichte Gregor Daniel. Die bis September 2018 laufenden Schuldverschreibungen seien mit einem Kupon von 6,5 Prozent ausgestattet. Die bestehende Fresenius-Anleihe mit einer späteren Fälligkeit im Jahr 2021 und einem niedrigeren Zins von 5,75 Prozent sei zuletzt verkauft worden. "Der Kurs der Anleihe hat in dieser Woche von 98,5 auf 93 Prozent nachgegeben", melde der Händler, der eine Angleichung der Rendite zu den neuen, besser ausgestatteten Bonds dahinter vermute.
Tendenziell abgestoßen werde eine im Januar 2015 fällig werdende Schuldverschreibungen (ISIN XS0210318795 / WKN A0DW8D) der Deutschen Telekom mit einem Zins von 4 Prozent. Interessiert hätten sich Investoren dagegen bei einer bis März 2013 laufenden Grenke-Anleihe mit einem Kupon von 4,25 Prozent gezeigt. Die Baden Badener Unternehmensgruppe sei mit einer Bonitätsnote von BBB+ versehen.
Der Norwegischen Krone habe die angekündigte Koppelung des Schweizer Franken an den Euro auf die Sprünge geholfen. "Die Schweizer Nationalbank zog diese Woche die Notbremse und kündigte an, dass sie mit allen Mitteln einen Kurs des Euro gegenüber dem Franken von unter 1,20 verhindern werde", erkläre Brunner. Habe man vor Monatsfrist noch 7,91 Kronen für einen Euro bekommen, so gebe es derzeit 7,48 Kronen.
Erhöhte Nachfrage registriere die Baaderbank beispielsweise an einer bis Mai 2013 laufenden norwegischen Staatsanleihe (ISIN NO0010144843 / WKN 858524), auch wenn sie lediglich mit einer Rendite von derzeit 1,78 Prozent daherkomme. Die Erträge von Anleihen, die in Franken ausgegeben seien, würden durch die Intervention der Schweizer Nationalbank noch mehr eingeschränkt, meine Stopp. Denn wenn eine neunjährige Anleihe (ISIN CH0107134717 / WKN A1CSAY) etwa der KfW Bank mit 1,41 Prozent rentiere, liege dies unter dem Renditeniveau einer Bundesanleihe gleicher Laufzeit. Diese bringe derzeit rund 1,74 Prozent.
Die Interventionen der Schweizer Notenbank hätten für Gewinnmitnahmen in Anleihen auf Schweizer Franken geführt, berichte die Baader Bank. Rege nachgefragt würden dagegen Anleihen auf Norwegische Kronen. Auf der Suche nach Alternativen zum Euro seien nach wie vor Anleihen auf US-amerikanische, Kanadische, Australische und Neuseeländische Dollar im Depot der Anleger gelandet. Gesucht seien zudem Bonds auf Türkische Lira, Südafrikanische Rand und Schwedische Kronen. (09.09.2011/alc/m/a)
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