Das Kanzleramt und insbesondere die Abteilung 6 ist Fach-, Dienst- und Rechtsaufsicht des Auslandsgeheimdienstes BND. Hier werden die inhaltlichen Vorgaben für den Geheimdienst erarbeitet - das letzte derartige Papier ist allerdings schon mindestens sechs Jahre alt. Das Kanzleramt erteilt Aufträge, leitet Geheimdiensterkenntnisse an die zuständigen Regierungsstellen weiter. Die Mitarbeiter von Angela Merkel erwarten, dass die untergeordnete Behörde BND alle besonderen Vorkommnisse nach oben meldet. Alles funktioniert weitgehend, auch weil man sich über weite Strecken blind versteht. Kein Wunder, der personelle Austausch zwischen beiden Behörden ist immens. Beispiel Guido Müller. Der war am Donnerstag Zeuge vor dem BND-NSA-Untersuchungsausschuss im Bundestag. Derzeit ist er Vizepräsident des BND, davor arbeitete er als Geheimdienstreferatsleiter im Kanzleramt, nachdem er vom BND in die Regierungszentrale versetzt worden war. Ernst Uhrlau, einer der Freitagszeugen, kam vom Hamburger Verfassungsschutz, wurde Geheimdienstabteilungsleiter im Kanzleramt, dann BND-Chef. Ohne diese Personalverquickungen würde der Laden nicht laufen, sagte Müller sinngemäß und fragte in die Runde: »Glauben Sie im Ernst, die Bundeswehr käme ohne unsere Leute aus?!«
Quelle: Umgekehrt ist das nicht anders.
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